2018-02-08 5 Minuten

Back to Basics: Keywords. Welche Arten gibt es?

Wir leben in einer Keyword-Ökonomie.

Wir leben in einer Keyword-Ökonomie.

Ja, das habe ich mir gerade einfallen lassen. #professormartin

Aber ein immer größerer Teil des Wirtschaftslebens wird über die Keywörter entschieden, bei denen Unternehmen gefunden werden – oder eben nicht.

Die Webseiten auf der zweiten Seite von Google könnten genau so gut auch nicht existieren.

Das führt natürlich zur uralten philosophischen Frage:

“Wenn eine Webseite nicht auf Seite 1 auf Google ist, gibt es sie dann wirklich?” – Sokrates

Aber natürlich ist dieses Thema weit tiefgründiger als die “Seite 1”-Frage.

Was ist ein Keyword?

Größtenteils wird “Keyword” synonym mit “Suchanfrage” verwendet. Dem kann man sich von drei Seiten nähern:

  • Der Konsument will, dass er/sie genau das Ergebnis erhält, das die Frage löst.
  • Die Suchmaschine will, dass der Konsument zufrieden ist, und genau das kriegt, was er will. Und Geld verdienen.
  • Ich als Seitenbetreiber will natürlich bei so vielen relevanten Suchanfragen wie möglich auftauchen.

Diese Beziehung ist natürlich ein interessantes Dreieck, aus dem ganze Branchen wie SEO (Suchmaschinenoptimierung) oder SEM (Suchmaschinenmarketing) entstanden sind.

Und:

Jedes Unternehmen, jeder Blogger hat damit zu tun.

Und damit man hier erfolgreich ist, hört das Thema nicht bei “ich möchte für XY ranken” auf. Hier muss differenziert werden.

Aber welche Keywörter gibt es eigentlich?

Allgemeine Keywörter

Diese Keywörter

  • enthalten wenige Worte
  • haben sehr große Konkurrenz
  • haben sehr viel Streuverlust

Leider sind diese Keywörter oft für die wirklich großen Player “reserviert”. Du möchtest beim Keywort “Jacke” vor Zalando sein? Viel Spass.

Für eine solche Suchanfrage auf Platz 1 zu sein dauert oft Jahre und verschlingt viel Budget und Manpower.

Aber auch der Streuverlust ist nicht zu verachten:

Würde ich mit diesem Blog für “Blog” auf Platz 1 sein, ich glaube nicht dass der massive Traffic, den meine Webseite hätte, zufrieden wäre.

Denn:

Wer “Blog” sucht, könnte vieles haben wollen. Fashion, Foodblogs, ein Bloggerverzeichnis, oder selbst bloggen? Einem großen Prozentsatz der User wäre mit meinem Tech-Blog nicht geholfen.

Dann lieber:

Der Long Tail

Ein “Long Tail Keyword” ist eine sehr enge Suchanfrage mit 3 oder mehr Worten.

Traffic, der über solche Suchanfragen auf die Seite kommt, ist natürlich wenig, aber dafür meist sehr wertvoll.

Warum?

Was machen wir, wenn wir nicht auf Anhieb das Ergebnis kriegen, das wir wollen? Nein, wir gehen nicht auf Seite 2.

Wir verfeinern unsere Suchanfrage.

Und das ist eine große Chance, auch für kleinere Player. Ich habe an anderer Stelle schon einmal über die Nische geschrieben.

Hier nur ein paar Beispiele:

Ein Beispiel:

Für das letzte Keywort ranke ich tatsächlich. Würde ich hier nur für “VPN” ranken wollen, so müsste ich

  • alle VPN-Anbieter,
  • große Medien und
  • Wikipedia

im Rennen um den ersten Platz ausstechen. Nein Danke.

Da gebe ich mich lieber mit weniger Traffic zufrieden – dieser findet aber tatsächlich genau, was er sucht.

Ganz zufrieden bin ich aber immer noch nicht. Diese Personen kaufen nämlich nicht bei mir.

Buying Intent

Hinter jeder Suche im Internet steht ein Ziel, ein Intent. Sucht die Person nach Informationen? Oder will die Person kaufen?

Das klassische Beispiel her ist:

“Laptop vergleich” vs. “Laptop kaufen”

Welches Keywort ist mehr wert für einen Elektronikfachhändler? Im SEM geht man sogar so weit, Keywörter wie “Vergleich” ganz auszuschließen. Man will nur bei Personen aufscheinen, die tatsächlich Buying Intent haben.

Regionalität

Ein oft übersehener Faktor bei Keywörtern ist die Regionalität. Sehr viele Suchanfragen, die die Brücke in die reale Welt schlagen, sind regionale Keywörter.

  • Suche ich einen Handwerker, so suche ich den nicht in Tirol, sondern in Wien. Vielleicht sogar in meinem Bezirk.
  • Suche ich ein Fitnesscenter, suche ich eines in meiner Nähe.

In Google Maps gibt es sogar die Funktionalität “near me”. Die macht eigentlich nichts anderes, als die Regionalität in die Suchanfrage zu bringen.

Vielleicht ist euch das schon mal aufgefallen?

Auf der Webseite kommen verdächtig viele Ortsnamen vor. Und warum muss jedes Mal bei einem Link “Wien” dabeistehen?

Das ist der Versuch, für regionale Keywörter zu ranken.

Branded

Das sind die einfachsten Suchanfragen. Als Branded werden Keywörter bezeichnet, die den eigenen Markennamen enthalten.

Und für die ist sehr einfach zu ranken. Wer würde sich den Aufwand machen, für “haunschmid.tech” ranken zu wollen? Niemand.

Auch der eigene Name ist ein Branded Keyword. Dies ist vor Allem im Digitalen Personal Branding wichtig.

Bringt aber dafür weniger. Jemanden, der mein Unternehmen schon kennt, muss ich wahrscheinlich nicht von meinen Produkten überzeugen. Neukunden akquiriert man mit diesen Keywörtern selten bzw. nur dann, wenn dies aktiv so geplant ist.

Aus der Praxis

Hier sehen wir drei verschiedene Keywörter, die mit meinem Blog zusammenhängen.

KD ist hier die Keyword Difficulty, also wie schwer es ist, für dieses Wort zu ranken.

Volumen ist die Anzahl der Suchanfragen, die dieses Suchwort erhält.

Wir sehen hier:

“Blog” hat sehr großes Volumen, es ist aber mit der Difficulty 23 auch relativ schwierig zu ranken.

Interessanterweise ist es für “technologie blog” laut diesem Tool schwieriger zu ranken als für “blog”.

Das Long-Tail Keywort “wie man einen vpn aussucht” ist dagegen eher easy. Kriegt dafür aber auch kaum Suchanfragen.

Meine Domain, meine Seite, mein Blog

Welche Keywörter versuche ich mit meinem Blog zu besetzen? Ehrlich gesagt steckt hier (noch) keine großartige Strategie dahinter. Ich schreibe, was mich interessiert, und analysiere dann, wie es rankt.

Aber so viel kann ich sagen:

  • Das allgemeinste Keywort, für das ich ranken will, ist “Tech Blog”
  • Da dieses Keywort aber auch englisch ausgelegt werden kann, kommt mit “tech blog österreich” und “tech blog deutsch” noch ein wenig Regionalität dazu.
  • Für Branded Keywörter mache ich gar nichts, für “Martin Haunschmid” ranke ich sowieso schon.
  • Die meisten meiner Artikel ranken gut für Long Tail Keywörter. Auf das fokussiere ich mich auch.
  • Die ersten wirklichen Ergebnisse im SEO sind erst nach mindestens 6 Monaten zu sehen. Extreme Optimierung in diesem Stadium des Blogs (4 Monate) sind deshalb noch relativ fruchtlos.

Trotzdem:

in diesem Jahr wird es noch einige Artikel geben, die auf Keywörter mit hohem Buying Intent abzielen.

Mit Artikeln wie “wie man eine gute WordPress-Seite erkennt” und “was muss man bei einer Webseite laufend machen?” werde ich versuchen, mein Kernbusiness mit SEO zu pushen.

Und nebenbei Blogger of the Year werden. Oder so 😅

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