2017-11-22 5 Minuten

Guide: Mein Google Analytics Prozess: Part 3

Events, Ziele und Conversions

In Part 1 haben wir uns die allgemeinen Zahlen angesehen, mit denen wir eine Webseite allgemein einschätzen können. Part 2 ging etwas in die Tiefe. Dort haben wir uns angesehen, wo genau die User herkommen.

In diesem Part geht’s ums Geld. Die meisten Webseiten, mit denen wir zu tun haben, sind nämlich nicht Liebhaberei.

Die müssen auch Geld verdienen – oder eben positive Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Wie wir das messen können, erfahren wir heute.

Die anderen Artikel findest du hier:

Bevor es losgeht

solltest du bereits Part 1 und Part 2 gelesen haben. Dieser Part baut darauf auf.

Hier noch einmal das TLDR von Part 2:

  • Facebook ist ein starker Kanal für meinen Blog
  • Organische (über Google) User machen sich bemerkbar
  • Linkedin Userzahlen sind eher dürftig – auf das habe ich mich aber nicht fokussiert.
  • Newsletter Leser sind treue Leser

Die strategische Sicht

Wer jetzt nicht die 43 Schritte eines Marketingkonzeptes durchgemacht hat, hat spätestens jetzt ein Problem.

Denn:

Eine Webseite braucht ein Ziel.

Okay “braucht” ist ein wenig übertrieben. Es gibt genug Webseiten da draußen, die nur da sind, damit das Unternehmen “halt auch im Internet” ist.

Ich unterstelle jetzt mal, dass für diese Unternehmen ein Guide wie dieser sowieso nicht interessant ist.

Zurück also zum Ziel.

Im Groben unterscheide ich hier zwischen

  • Conversion-orientiert
    Es gibt ein klar definiertes Ziel. Das kann zum Beispiel ein Kaufabschluss im Onlineshop sein. Oder auch nur der Download von Zusatzinfos oder das Absenden eines Kontaktformulars
  • Branding-orientiert
    Hier geht es klar um die Marke. In meinem Blog sind Newsletter-Anmeldungen zwar optimal – im Kern geht es mir aber um meine eigene Marke. Also möglichst viel guten Traffic. In der Realität ist das meist nicht so einfach. Man hat z.B. keinen Onlineshop zur Hand, möchte aber trotzdem tracken, wie sich die Kampagnen auf die (Offline-)Verkäufe auswirken. Wenn man auf Amazon verkauft, hat man keine Chance herauszufinden, ob die Leute vorher die Webseite angesehen haben – oder wo diese Personen überhaupt herkommen.

Ziele auf Webseiten-Aktionen herunterbrechen

Bleiben wir bei meinem Blog. Meine Ziele hier sind:

  • viel Traffic
  • möglichst viele Personen lesen meine Artikel
  • Newsletteranmeldungen, damit ich meine Leser weiter erreichen kann

Diese Ziele breche ich nun auf Aktionen auf der Webseite herunter:

  • viel Traffic
    lässt sich durch die Nutzerzahlen, die wir schon in Part 1 und 2 betrachtet haben, analysieren
  • Möglichst viele Personen lesen meine Artikel
    hier wird es komplexer. Wann hat eine Person meinen Artikel gelesen? Aktionen könnten hier die Verweildauer auf meiner Seite sein. Oder: wie weit meine Leser auf einer Seite scrollen
  • Newsletteranmeldungen
    sind durch das Absenden des Formulars relativ leicht zu tracken.

Events

Ein Event ist genau eine solche Webseiten-Aktion. Hier haben wir komplette Freiheit. Aber: nur einige Events von Google Analytics werden out of the box gesendet.

Ich habe also extra Events für Scrollen und Newsletter Anmeldungen auf meinem Blog. Hier kann aber euer Programmierer oder der Google Tag Manager Abhilfe schaffen. Auch diverse WordPress Plugins gibt es hierfür. So sehen meine Events aus: 

Das ist jetzt eine amorphe Masse an Daten. Aber wir können schon herauslesen, dass 1.389 mal bis 25% der Webseite gescrollt wurde.

Da kann ich schon einiges herauslesen:

Das sind extrem geile Zahlen. Einen so langsamen Abfall bis zum Ende der Seite habe ich selten gesehen. Danke dafür! 😊

Wäre das eine Produkt- oder Salesseite, könnte ich so genau sagen, ab wann meine User abspringen – also das Interesse verlieren. Und dementsprechend die Seite anpassen.

Aber:

Das muss Nutzerfreundlicher gehen!

Ziele

Ziele können in Google Analytics in der Verwaltung der Webseite angelegt werden.

Ich habe mir hier ein “Artikel komplett gelesen” Ziel erstellt.

Dieses Ziel gilt erreicht, wenn ein Leser bis zum Call to Act (“Newsletter Anmeldung”) oder bis zum Footer scrollt.

Für Newsletteranmeldungen habe ich noch kein extra Ziel erstellt. Das passiert so selten – daraus kann ich nicht wirklich irgendetwas ableiten. Und noch freue ich mich über jedes einzelnen Optin persönlich 🙂

Protip:

Diesen Zielen kann man einen (Geld-)Wert zuweisen. So kann man für einen Onlineshop zum Beispiel genau sagen, wie viel Umsatz gemacht wurde!

Mind = Blown

Habe ich meine Ziele richtig definiert, kann ich mir nun im Acquisitions – All Traffic – Source Medium Bericht meine Zielerreichungen pro Kanal ansehen.

BOOM. So geil. 

Was sehe ich hier?

  • 60 bis 80 % meiner Leser, die von Facebook kommen, lesen einen Artikel komplett. Das hätte ich nicht erwartet.
  • Beim organischen Traffic sind es 60 %.
  • Bei Linkedin sind es gar nur 16 % (aber gut, nicht aussagekräftig).

Welche Insights ziehe ich daraus?

  • Meine Zielgruppe auf Facebook kennt mich sehr wahrscheinlich persönlich und weiß, was sie auf dem Blog erwartet. Deswegen die hohe Zahl an Komplett-Lesern.
  • Personen, die über Google kommen sind auf der Suche nach etwas Bestimmten. Wenn ich nach einem Problem Google, scrolle ich kurz über die Ergebnisseite, um zu sie zu scannen. Bietet sie mir nicht was ich will, schließe ich sie sofort.
    So entsteht, denke ich, die niedrige Anzahl an Komplett-Lesern und die kurze Verweildauer. Aber hier muss ich definitiv eine SEO-Analyse machen, um das weiter zu erforschen
  • Newsletter-Leser sind ein wenig ambivalent. Hoher Prozentsatz an “ganz nach unten gescrollt”, aber eine durchschnittliche Verweildauer von 1 Minute. Vermutlich scannen einige von euch meine Artikel und entscheiden dann, ob sie wirklich lesenswert sind. Ertappt!

Fazit

Ziellos im Internet herumschwirren kann jeder. Manche sogar sehr professionell.

Als Unternehmen ist aber Vorsicht geboten. Hier bin ich ein großer Verfechter von “erst mal machen, dann laufend optimieren”.

Und genau darum gehts:

Schritt für Schritt die Digitale Präsenz verbessern.

Ich hoffe, dieser kurze Guide konnte euch Einblick in meinen Google Analytics Prozess geben.

Natürlich gibt es noch extrem viele Themen zu behandeln. Alleine den E-Commerce, SEO oder AdWords haben wir hier nur gestreift. Dafür wird es aber in Zukunft eigene Guides geben.

Also:

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