2018-12-27 4 Minuten

Alter Mann schreit Wolke an: was ich 2018 lernen durfte

Ende Dezember scheint der Dream für alle Content-produzierenden Personen da draußen zu sein. Vom Jahresrückblick bis zu den Neujahrsvorsätzen, die Artikel schreiben sich fast wie von selbst.

Eigentlich finde ich so etwas eher schlimm. Aber auf der anderen Seite: ich glaube kaum, dass sich um diese Zeit irgendjemand für meine Analytics-Zahlen interessiert (dieser Artikel kommt im Januar).

Und nachdem ich die 10 Lehren aus 2019 meines Kollegen Pedram gelesen habe, habe ich auch beschlossen, einen dieser Artikel zu verfassen. Bevor es dann 2019 eh wieder mehr Technologie zu lesen gibt.

Los geht’s:

1. Alles dauert länger als du glaubst

Eigentlich wollte ich seit September mit meiner Hacking-Zertifizierung fertig sein. Eigentlich sollte Anfang Januar meine GmbH gegründet sein. Eigentlich sollte Anfang Januar ein weiteres Sideprojekt an den Start gehen.

Was haben diese Dinge gemeinsam?

Ich bin noch weit davon entfernt, diese Ziele zu erreichen. Diese Deadlines waren von meiner Seite vielleicht etwas naiv gewählt.

Das Leben passiert, es gibt neue Chancen, oder man ist für mehrere Monate ganz außer Gefecht gesetzt. Kein Plan übersteht den ersten Feindkontakt, hat der Stratege Carl von Klausewitz mal gesagt.

Was natürlich nicht heißt, ganz planlos durchs Leben zu gehen. Denn da gibt es eine andere, harte Realität:

2. Du alterst

Mit der (eigenen) Vergänglichkeit kann man nicht argumentieren. Da werden einige meiner älteren Leser jetzt vielleicht auflachen: was glaubt dieser 27-Jährige über das Altern zu wissen?

In der Tat, mit diesem Thema kille ich zuverlässig jede Konversation auf einer Party. Niemand will sich Gedanken darüber machen. Hier sind wir Menschen wie der Student, der sich nicht traut aufs Konto zu schauen: es könnte ja eine rote Zahl dort stehen.

Nur:

Die Quarterlife-Crisis existiert. Das Alter rund um 25 ist das erste Mal, wo einem bewusst wird, dass Entscheidungen auch Konsequenzen haben. Hier zeigen sich zum ersten Mal die Früchte der Arbeit an sich selbst, oder man findet heraus wer es geschafft hat sich mit irrelevantem Blödsinn lange genug abzulenken, um sich keine Gedanken über sich selbst machen zu müssen.

Die Momente, in denen ich über mein Altern reflektiert habe, waren gleichzeitig sowohl die schlimmsten, als auch die befreiendsten. Alles ist danach in Perspektive gesetzt.

  • Opfere ich wirklich den Besuch bei meiner Oma für die Arbeit in der Agentur?
  • Muss ich mich wirklich von einem Plakat für eine Ketchup-Marke an den Rand des Burnouts bringen lassen?
  • Was stelle ich überhaupt mit meinem Leben an?

3. Validierung von Innen, nicht von Außen

Ich war nie ein wirklicher Fan von Influencern.

Eine Gruppe von pseudo-relevanten Personen, die sich gegenseitig auf die Schulter klopft, sich an “Wow, du sprichst mir aus der Seele 😻”-Kommentaren aufgeilt, aber ultimativ eine amorphe Masse an austauschbaren Gesichtern, Meinungen und Ärschen ist.

Das sind jetzt harte Worte von einem Typen, der es nie geschafft hat, über seine 285 Instagram-Follower hinaus zu kommen. Vielleicht bin ich nur salty, weil es für mich nicht zum fame gereicht hat. Oder weil ich gestern die Netflix-Doku “The American Meme” (Empfehlung!) gesehen habe.

Ich hoffe ehrlich, dass sich jeder Influencer – ja jeder Mensch – bewusst wird, was externe Validierung mit dem eigenen Gehirn macht.

Und natürlich muss ich zugeben, “es zu schaffen” ist nach wie vor eine große Motivation, warum ich überhaupt tue was ich tue. Mein Traumauto ist ein Bentley. Aber wen versuche ich überhaupt damit zu beeindrucken? Darauf kann ich noch keine Antwort geben.

4. Disziplin ist underrated

Ich komme mir vor wie ein 60-Jähriger Patriarch wenn ich dieses Wort nur in den Mund nehme. Irgendwie denkt man dabei schnell an Gleichschaltung, an Nummern statt Individuen. An eine Welt, in der das Fernsehen noch schwarz-weiß war.

Was aber irgendwie schade ist, denn Disziplin kann meiner Meinung nach viel mehr positiven Effekt erzeugen, als es Motivation jemals könnte.

Natürlich kann man nur an seiner Masterarbeit arbeiten, wenn die Sterne optimal stehen, man keinen Hunger hat und sich generell gut fühlt. Die Chancen stehen aber gut, dass dieser Zeitpunkt eher selten eintrifft.

Oder dass man falscher Produktivät zum Opfer fällt. Gratulation, deine Wohnung ist geputzt – aber die Arbeit, die vielleicht die Richtung deines restlichen Lebens lenkt? Keinen Satz weiter.

Im Jahr 2018 bin ich vielen dieser Motivations-Gurus entfolgt. Ich könnte mir stundenlang Videos von Gary V und seinen Jüngern anschauen.

Oder:

ich mach halt die Arbeit. Weil der perfekt motivierte Martin ohnehin eine bedrohte Tierart ist.

Alter Mann schreit Wolke an

Irgendwie gefällt mir die Rolle des “angry bald dudes”. Einfach mal motzen, auf den Anti-Trend aufspringen, und sich selbst dabei mordsrelevant finden.

Ich hoffe, dir dennoch ein paar Denkanstöße gegeben zu haben.

Denk über die schwierigen Dinge nach.

Hinterfrage dich selbst rigoros.

Habe keine Gnade gegenüber irrelevanten Dingen.

Do the work.

 

Mich würde interessieren:

Sind das Artikel, die dir Mehrwert bieten? Soll es 2019 eine Kategorie “Mindset” am Blog geben? Oder soll ich das Feld den Gary V’s dieser Welt überlassen?

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