2018-06-06 5 Minuten

Back to Basics: richtig Googlen lernen

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass sich jeder Programmierer/Techniker in allen Teilbereichen der IT auskennt.

Das Internet ist weg? Holen wir den Web-Entwickler.

Würden wir das auch bei unseren Handwerkern machen, wäre die Welt wohl eine andere.

Wobei:

Rede ich mit meinen Techniker-Kollegen, ist (1) jeder irgendwie der Tech-Support für Alle um Umfeld, und (2) schafft man es doch immer irgendwie, das Problem zu lösen. Und so verbreitet sich der Mythos natürlich weiter.

Wo wir uns aber auch einig sind, ist:

Am technischen Können liegt es nur bedingt. Oftmals haben wir selbst nicht einmal mit dem spezifischen Programm gearbeitet, das Probleme macht.

Was ist hier in der Problemlösung also anders?

Besser Googlen

Jeder, der schon einmal ein sehr spezifisches Paper oder Zitat für eine Arbeit gesucht hat, kennt das Problem. Vor allem dann, wenn die ersten paar Google-Suchen keinen Erfolg bringen.

Am Allerbesten natürlich wenn man es schon einmal gefunden hat, man weiß nur nicht mehr wo.

Als Programmierer ists oft noch einmal schlimmer:

Hier also 5 Tips, wie du dein Google Game auf andere Levels heben kannst.

1. Bitte google niemals “Word funktioniert nicht”

Die Nr. 1 Google-Sünde, die ich immer wieder sehe. Software ist so komplex – jedes Programm hat hunderte verschiedene Möglichkeiten, abzustürzen oder nicht zu funktionieren. 22,6 Millionen Suchergebnisse für “Word funktioniert nicht” sind eindeutig. Beziehungsweise genau nicht eindeutig.

Google ist wie ein Wald: es kommt zurück, was man hineinruft.

Sprich: Wie soll Google eine genaue Antwort liefern, wenn es keine genauen Infos hat?

Der erste Tip hier ist also:

Sei spezifisch.

Das fängt an bei der Word-Version, die du verwendest. Viel genauer wäre zum Beispiel schon:

word 2016 mac os sierra absturz

Je mehr Infos Google durch die Suchquery erhält, desto genauer die Ergbebnisse. Das ist quasi der Long Tail der Google-Suchen.

2. Schon mal Englisch probiert?

100 Millionen Personen sprechen Deutsch. 360 Millionen Englisch als first language. Bis zu 1 Milliarde sprechen ingesamt Englisch.

Und: Englisch ist die Sprache des Internets.

Wenn es also dein Skill-Level erlaubt: du oft wirst mit viel höherer Wahrscheinlichkeit finden was du suchst.

3. Nein, ich möchte keinen Tesla kaufen

In Google AdWords kann man Keywörter ausschließen, um nur relevante Suchanfragen auf die eigene Seite zu lotsen.

Das Gleiche funktioniert für uns Benutzer. Möchte ich z.B. ein Referat über Tesla halten (den Erfinder, nicht das Auto) und suche nach “Tesla”, finde ich nur Nachrichtenseiten mit News zur Automarke.

Mit einem Minus kann ich in der Suchanfrage aber bestimmte Begriffe ausschließen. Tesla ist hier ein blödes Beispiel, weil ich ja einfach “Nikola Tesla” googlen könnte (=> Tip 1), aber gut.

Besonders sinnvoll ist dies bei Begriffen, die in verschiedenen Branchen unterschiedliche Bedeutungen haben.

4. Hochkomma to the rescue

Während meiner BA hab ich diesen Trick täglich angewendet. Ich hatte z.B. den genauen Titel eines Papers (aus einem Quellenverzeichnis), möchte aber das gesamte Ding finden.

Mit Hockommas in der Suchanfrage kann ich Google sagen, nur exakte Matches auszuspucken.

Nehmen wir ein random Paper, das ich gerade am Desktop liegen habe als Beispiel:

In den Suchergebnissen hier finden sich diverse Artikeln zu Glückskeksen. Eigentlich geht es mir aber um die Cookies im Internet.

Setze ich das Ganze unter Hochkommas, sieht das Ergebnis viel besser aus:

Nur mehr 350 Ergebnisse zu durchforsten 😅

Aber das ist noch nicht alles:

5. Google für Fortgeschrittene

Ich will ja eigentlich das Paper selbst, nicht irgendwelche Artikel, die es nur erwähnen.

Haltet euch fest:

filetype:pdf

gibt mir – richtig – nur PDFs als Ergebnis:

Bingo.

Das Ganze funktioniert mit allen Dateitypen. Und kann natürlich mit einem Minus (“-“) auch wieder ausgeschlossen werden.

Mein absoluter Favorit hier ist aber:

site:martinhaunschmid.com

Dieser Parameter sucht nur auf der spezifizierten Seite. Extrem hilfreich.

Andere, mehr oder weniger nutzvolle Parameter sind:

  • intitle / allintitle: Fragt ab, ob ein bestimmtes Wort / alle Worte im Titel der Webseite enthalten ist.
  • inurl / allinurl: Fragt ab, ob ein bestimmtes Wort / alle Worte in der URL des Ergebnisses ist
  • intext / allintext: Fragt ab, ob bestimmte Worte im Text der Webseite enthalten sind.

Beispiele

Hier noch ein paar Beispiele, welche Möglichkeiten sich jetzt eröffnen:

Fehlermeldungen

Lange hat mich mein Word mit einer sehr spezifischen Fehlermeldung terrorisiert. So sah dann die entsprechende Google Suche aus:

„Compile error in hidden module“ word 2016 macos

Plagiate Suchen

Gut, das habe ich in meinem Alltag noch nicht wirklich verwendet. Würde ich aber checken wollen, ob meine Blogartikel irgendwo anders ebenfalls veröffentlicht werden, würde ich auch hier auf die Hochkommas setzen:

„Eines der Dinge, die mich (neben der endlosen Kreativität der Cyber-Kriminellen) an der IT-Security Branche am meisten schockiert haben, ist die Usability der Hacking-Tools.“

Hier gibt es genau 1 Ergebnis – und zwar meinen eigenen Artikel. Der ist also noch nicht kopiert worden.

Schlechte Suchfunktionen umgehen

Sobald die Inhalte auf einer Plattform von Google indexiert sind, können sie dort gefunden werden. Und oftmals ist das Vertrauen in die Google Suche zurecht höher, als in die Suche der Plattform.

Das hat – soweit ich mich erinnere – sogar im Studium in verschiedenen Online-Bibliotheken funktioniert (wer gerade an einer Arbeit schreibt: probiert das bitte mal und gebt mir Rückmeldung).

Paradebeispiel für eine schlechte Suche ist außerdem auch das soziale Netzwerk reddit. Hier suche ich nicht mehr in der Plattform, sondern nur mehr mit site:reddit.com

Social Media Betreuung

Wer hat eigentlich meine Links geshared? Das funktioniert zwar nur, wenn der Share auch tatsächlich öffentlich ist – also eher auf Twitter, als auf Facebook.

Trotzdem:

„martinhaunschmid.com“ site:twitter.com

Gibt mir alle Twitter Shares meines Blogs.

Hacking

Hast du wirklich geglaubt, ich schreibe einen Artikel, wo kein Hacking vorkommt? Falsch gedacht!

Die oben beschriebenen Parameter können natürlich auch für bösen Schabernack verwendet werden.

Nicht selten können hier Passwörter und Usernamen von schlecht konfigurierten Seiten einfach so auf Google gefunden werden.

Sogar eine Google Hacking Database gibt es dafür.

Fazit

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel helfen. Und wenn es nur ein paar Sekunden sind, die du jetzt schneller zum erzielten Suchergebnis kommst.

Du hast noch Ideen für den Beispiel-Abschnitt? Ein spezifisches Google-Problem? Her damit 😊

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