2018-10-18 7 Minuten

Guide: Einen bestehenden Artikel fürs SEO optimieren

Es ist so eine Sache mit diesem Blog: meist schreibe ich einfach, was mich interessiert. Dann mal wieder eine Recherche oder sonstiger Schabernack.

Aber natürlich bin ich interessiert, auch langfristig Leser zu gewinnen und meinen Traffic zu erhöhen.

Da trifft es sich ganz gut, dass hin und wieder ein Artikel richtig gut auf Google zu funktionieren scheint. Findet man so ein SEO-Bonbon, lohnt es sich, noch einmal drüber zu schauen und Optimierungspotenziale zu finden.

Darum geht es in diesem Artikel.

Im SEO sollte eine Keyword-Recherche gemacht werden, bevor überhaupt Content geschrieben wird.

Das macht natürlich Sinn, wenn kommerzielle Hintergründe hinter der Webseite stehen.

Für mich ist dieser Blog jedoch nach wie vor ein Leidenschaftsprojekt. Eines, das nicht nur im SEO erfolgreich sein soll, sondern das es mir erlaubt, persönliche Geschichten zu erzählen. Und mit dem ich mit meiner Leserschaft persönlich in Kontakt treten kann.

Das ist meine Ausrede für diesen schauen-was-picken-bleibt-Ansatz zu SEO.

Wie erkennt man einen Artikel, der gut performt?

Treue Leser wissen es bereits: Google Analytics. Ich filtere nach organischem Traffic, und schaue mir unter Behaviour – Site Content – All Pages mal an, was sich denn so tut.

Dieser Screenshot zeigt die organischen Userzahlen von Mai bis Juli. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auf meinem Blog zwei Artikel mit richtig gutem organischem Traffic:

Welchen Artikel soll man optimieren?

Hier gibt es mehrere, nicht nur objektive Faktoren.

1. Der Artikel kommt bereits gut an

Das habe ich oben mit Google Analytics bereits herausfgefunden. Hier ist es jedoch wichtig, einige Variablen für sich selbst zu betrachten:

  • Habe ich sonst irgendwelche Marketing-Maßnahmen getätigt? (Fernsehkampagnen haben Einfluss auf Google-Suchen)
  • Wird generell über das Thema berichtet? (Auch dies beeinflusst Google-Suchen)
  • War dieser Traffic nur, weil der Artikel neu war, oder ich mich auf ein bestimmtes Thema gesetzt habe?

2. Artikel, die viel Potenzial aufweisen

Ein SEO-Tool wie z.B. ahrefs kann hier Abhilfe schaffen. In ahrefs kann ich mir Blogartikel suchen, die am Ende von Seite 1 ranken, oder gerade so auf Seite 2 aufzufinden sind.

Blogartikel, die für Keywörter mit entsprechendem Suchaufkommen in Position 5 bis 20 zu finden sind, haben sehr großes Potenzial:

Von Seite 2 auf Seite 1 zu kommen ist gleichzusetzen mit “der Artikel lebt überhaupt”. Und jede bessere Platzierung auf Seite 1 ist mit einem nicht unerheblichen Anstieg des Traffics verbunden:

SEO ist ein “the winner takes 20.6% of it all”-Business. (Quelle)

3. Artikel, die langfristig gut funktionieren

In Punkt 1 habe ich Trends bereits erwähnt. In meinem Fall zeigt sich bei den beiden Artikeln ganz klar, welcher längerfristig gut funktionieren kann und wird. Man muss sich nur ansehen, wie die Google Trends für die jeweiligen Themen aussehen:

Der Suchbegriff “Artikel 13” hat zwar sehr hohe Spikes, ansonsten passiert hier nicht viel. Einer dieser Spikes fällt genau in den Beobachtungszeitraum von oben – hier ist also Vorsicht geboten!

Mein Artikel über die EU-Copyright-Reform kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Niemand hatte bisher darüber geschrieben. Als dann die Mainstream-Medien anfingen zu berichten, war ich bereits sehr weit oben in der Google-Suche.

Alleine dieser Move brachte mehrere Tausend Personen auf meinen Blog.

Für die langfristige Optimierung is dieser Artikel aber zu abhängig von externen Faktoren.

Der Suchbegriff “gehackt” hat dafür eine sehr gute Basis an Suchanfragen pro Monat (die vermutlich auch nicht weniger wird in Zukunft). Und hat mehr Relevanz für mein Unternehmen.

4. die subjektive Einschätzung

Wie wichtig ist dir der Artikel? Kann er dir – abgesehen von einer guten Platzierung – sonst helfen? Zahlt er in deine Marke ein?

Und nicht zu vergessen:

Ist der Artikel wirklich gut? Also gut strukturiert, gut geschrieben? Sind alle Themen in diesem Bereich behandelt worden?

Hier muss ich ehrlich zugeben: den “Was tun, wenn du gehackt wurdest”-Artikel habe ich Anfangs eher als Opinion-Piece geschrieben. Der war, rückwirkend betrachtet, gar nicht so optimal strukturiert. Und ein paar Themen haben gefehlt.

Die Entscheidung war in diesem Fall also sehr leicht: ich optimierte den Hacking-Artikel.

Den Artikel optimieren

Jetzt geht es ans Eingemachte. Liest man Artikel von vor mehreren Monaten, lässt einen die Distanz viel objektiver auf ein Stück Content blicken. Hier stelle ich mir folgende Fragen:

  • Habe ich Themen ganz ausgelassen?
  • Gibt es Formulierungen oder Kapitel, die schlecht formuliert sind, und einen User “aufgeben” lassen?
  • Ist das Ganze sinnvoll strukturiert?
  • Kann ich “moderne” Texting-Taktiken anwenden? Listicles (“5 Schritte”) oder Clickbait (bitte nicht zu arg, du musst auch liefern, was du versprichst)

Ein hervorragendes Beispiel sind hier die Artikel von einem SEO-Guru auf backlinko.com. Hier schaue ich mir sehr viel ab, wenn es um die Struktur geht.

Hier also meine persönliche Optimierungsreise für den “Was tun, wenn du gehackt wurdest”-Artikel.

Schritt 1: Struktur

Mit der Aufteilung in Phasen nach der sog. Incident Response bin ich ganz zufrieden. Normalerweise ist eine SEO-Taktik, dass man sich Online-Kurse zu genau diesem Thema sucht. Fürs Thema “gehackt werden” finde ich leider keinen dieser Kurse, muss also vorlieb mit einem Modell aus der IT-Security nehmen.

Was mir jedoch auffällt ist: man verliert sich sehr schnell in dem Artikel. Aus diesem Grund füge ich ein “Inhaltsverzeichnis” (einfache Anchor-Links zu den Kapiteln) nach dem Intro des Artikels ein.

Schritt 2: fehlende Themen

Es ist sehr schwierig, beim Thema Hacking alles unter einen Hut zu bringen. Je nachdem, ob ein E-Mail-Account oder der Rechner selbst angegriffen wurden, sehen die Konsequenzen ganz anders aus.

Hier beschließe ich, nicht künstlich Themen auszulassen, und stattdessen den Artikel länger zu machen (was sich natürlich auch im SEO positiv auswirkt). Der Artikel soll ein möglichst kompletter Guide sein, um schnell die Übersicht über das Thema zu gewinnen.

Schritt 3: Texting

Mir fallen natürlich ein paar Formulierungen auf, die in meinem Kopf Sinn gemacht haben, aber eigentlich irgendwie unpassend sind. Diese versuche ich, für den Leser besser verständlich zu machen.

Schritt 4: der Titel

Mit dem bisherigen Titel war ich bereits sehr zufrieden. Dennoch, ganz im Sinne des Clickbaits, hänge ich noch ein “5 Schritte” dran.

Damit kann ich bereits vor dem Lesen ein wenig Komplexität aus dem Thema nehmen, und dem User ein wenig Struktur in dieser Situation geben (da er/sie ja  wahrscheinlich gehackt wurde).

Schritt 5: interne Verlinkungen

Eine für Google gute Seite braucht sinnvolle interne Verlinkungen. Ich habe in der Zwischenzeit viele Artikel geschrieben, auf die ich super in diesem Guide verlinken kann. Seien es sichere Passwörter, oder Backups.

Schritt 6: Visualisierungen

Wo kann ich den Artikel mit einem Bild aufwerten? Wo gibt es komplexe Zusammenhänge, die mit einer Grafik besser erklärt wären?

Bilder und Visualisierungen erhöhen nicht nur das Verständnis, sondern verlängern auch die Verweildauer. Und generieren eventuell Links auf deinen Artikel. Win – Win – Win.

Online stellen… und warten

Im Gegensatz zu klassischen Paid-Kanälen muss man im SEO ein wenig warten, bis man wirklich Ergebnisse sieht. Das kann natürlich auch in die Hose gehen.

In meinem Fall aber nicht:

Mitte Juli habe ich den Artikel aktualisiert, und es lässt sich ein Trend nach oben feststellen 🙂

Ob das tatsächlich an meinen Optimierungen liegt, kann man aber natürlich nie zu 100% sagen. Vielleicht werden auch nur mehr Personen gehackt.

Fazit

Im SEO lohnt es sich, immer wieder einen Blick auf alten Content zu werfen. Vor Allem auf diesem Blog – mit einem Artikel pro Woche – ergibt sich hier eine sehr große Anzahl an Artikeln, die man eventuell mit kleinen Anpassungen viel besser machen kann.

Aber auch mit dem Hacking-Artikel bin ich noch lange nicht am Ende. Mir sind schon wieder einige Sachen aufgefallen, die ich optimieren könnte 🚀.

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2 Kommentare

  1. Bin ich blind oder ist besagter optimierter Artikel gar nicht im Text verlinkt? 😉 #Schritt5

    Cooler Guide, danke für die Aufbereitung! Hilft mir als SEO-Laie total 🙂

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