2017-11-09 7 Minuten

Guide: Mein Google Analytics Prozess: Part 1

Wie man die Zahlen und Metriken im Audiences Tab von Google Analytics bewertet.

Mein Blog existiert nun schon seit über einem Monat. Höchste Zeit also, mal anzuschauen, wie gut und ob er funktioniert. Dafür verwende ich natürlich, wie könnte es anders sein, Google Analytics. Da der gesamte Prozess aber den Rahmen diverser Blogartikel sprengen würde, sehen wir uns heute einmal den Audience Tab an.

Die anderen Artikel findest du hier:

Bevor es los geht.

Dieser Artikel soll dir nicht Analytics selbst beibringen, sondern etwas “subjektiveres” Wissen übermitteln. Wer Google Analytics generell lernen will, ist mit der [Google Partners Schulung] bestens betreut. Eine so gute Schulung könnte ich auf meinem Blog niemals auf die Beine stellen.

Aber: die Krux mit den Daten ist ja nicht das Finden, sondern das Interpretieren. Und darum soll es heute gehen.

Audiences / Zielgruppe

Hier finden sich allerhand Daten zu den Nutzern die so auf meinem Blog verweilen. Und jede Menge Unterpunkte, alle mit ihren eigenen Reports.

Aber ich muss ehrlich sagen, für mich interessant ist meistens nur die Übersicht und der User Flow.

Na klar können demografische Daten auf anderen Webseiten sehr interessant sein. Aber das ist etwas für einen anderen Artikel.

Übersicht

Immer wenn ich eine neue Webseite launche oder analysiere, führt mein erster Blick in diese Übersicht. Hier erfahre ich, wie viele Nutzer die Seite hat, wie lange diese verweilen und Vieles mehr. Aber gut, springen wir mitten rein. So sieht dieser Screen bei mir aus:

Das hier ist jetzt für den Zeitraum von Launch bis Ende Oktober 2017 – also in etwa 1 Monat.

Sessions / Sitzungen

Ich muss sagen, mit 865 Sitzungen bin ich sehr zufrieden. Hier müssen wir natürlich im nächsten Schritt ein wenig tiefer gehen.

Die Bewertung der Sitzungen ist sehr subjektiv.

Ich bewerte hier nach

  • Erfahrungswerten
  • Vergleich zum Vormonat und Vorjahr (natürlich abgesehen von saisonalen Schwankungen)
  • Der Konkurrenz (mit Tools wie Similar Web)
  • Und optional dem Betrag, den ich für Bewerbung ausgegeben habe.

Users

Das ist die Anzahl der einzelnen Personen, die auf meinem Blog waren. Auch hier bin ich sehr zufrieden. Der Blog hat bereits mehr Personen erreicht, als es mein Newsletter bis jetzt geschafft hat (aber gut, anderes Medium).

Die Bewertung der User ist für mich sehr stark abhängig von der Branche, in der ich bin. In einem Online-Shop ist es mir egal, wenn hier weniger User zu finden sind, solang diese kaufen. Die Userzahl alleine ist aus meiner Sicht nur für die grobe Einschätzung des Traffics sinnvoll.

Zum Glück gibt es eine weitere Metrik: New vs. Returning Visitors:

Dieser Graph zeigt mir die Aufteilung der Nutzer. Je nachdem, was mein Ziel mit der Webseite ist, muss ich hier unterschiedlich bewerten:

  • Sollen die Inhalte nur möglichst breit gestreut werden, und möglichst viele Menschen neu mit meiner Seite in Kontakt kommen (= Neukunden), ist ein hoher Prozentsatz an New Visitors zu begrüßen.
  • Geht es mir mehr um die Community, sollten die returning Visitors natürlich relativ hoch sein. Das heisst in Folge, dass Personen mehrmals auf meine Seite kommen. Und dementsprechend mehr Markenkontakte haben – und hoffentlich zu treuen Lesern werden.

Ich selbst möchte mit diesem Blog natürlich Beides. Kernleser behalten, und neue Personen erreichen. Scheint mir bis dato zu gelingen. Ist die Zahl der neuen Visitors zu niedrig, muss ich mir wohl Bewerbungsmaßnahmen überlegen (Social Media, AdWords oder – pfui – klassische Werbung). Ist die Zahl der returning Visitors zu niedrig (sprich: die User verschwinden nach dem ersten Besuch und kommen nie wieder), sollte ich mir Gedanken machen

(1) warum das so ist, und
(2) verschwindende Nutzer zurück auf die Webseite bringen.

Retargeting oder ein Newsletter könnten hier ein valide Optionen sein.

Pageviews und Pages pro Session

Die Zahl an Pageviews ist schön und gut, aber hier brauchen wir neue Zahlen: 

Die Zahlen im Zielgruppen-Tab müssen alle in Bezug zueinander gesetzt werden. Die Zahl der Pageviews macht für mich erst Sinn, wenn ich sie mit der Anzahl der Sitzungen vergleiche. Heraus kommt Pages pro Session. Hier wird es höchst interessant.

Diese Zahl sagt mir, wie oft meine Leser auf eine andere Seite klicken. Nachdem du diesen Guide gelesen hast, wirst du z.B. unten verwandte Artikel finden. Ich möchte natürlich, dass meine Nutzer viel Zeit auf meinem Blog verbringen, und viele Artikel lesen. Dementsprechend hoch sollen natürlich die Pages pro Session sein (würde ich Werbung schalten, spiegelt sich diese Zahl direkt in meinen Werbeeinnahmen wieder).

Die Bewertung mache ich hier immer auf Basis des Contents, der geboten wird. Eine werbliche Seite, in der nur ein Produkt ohne Call to Act vorgestellt wird, wird hier niedrigere Pages pro Session aufweisen können.

Für meinen Blog lese ich hier heraus, dass meine Themen interessant sind. Jeder meiner Artikel hat eine sehr lange Lesezeit, und benötigt meist aktives Involvement, um Wert daraus ziehen zu können. Noch dazu schreibe ich in einer Nische, die sehr speziell ist. 2 Pages pro Session sind für mich mega.

Durchschnittliche Verweildauer

Wie lange bleiben meine Leser? Je länger, desto besser. Ich habe hier Webseiten in meinem Portfolio, bei denen diese Verweildauer unter 20 Sekunden ist. Die Zahl hängt natürlich stark von der Bewerbung ab.

Bewerbe ich mit Bannern, oder Pre-Rolls wird diese Zahl relativ niedrig sein – weil die Zielgruppe einfach nicht so engaged mit meinen Inhalten ist wie z.B. jemand, der nach genau dem Problem googelt, das ich löse.

Bei einem Blog oder auf Blogartikeln sollte diese Zahl aber schon jenseits der 1:30 Marke liegen. Alles andere würde heißen, dass die Nutzer einfach nur drüberscrollen, und nicht lesen. Das wollen wir ja vermeiden.

Bounce Rate

Auf einer Webseite ist ein Bounce ein Absprung. Das heisst, der User verschwindet von meiner Webseite und beendet die Sitzung. Diese Zahl möchte ich so niedrig wie möglich halten. Aber natürlich wird jeder User irgendwann verschwinden.

Bei einzelnen Webseiten, die keine weiterführenden Links haben, wird diese Zahl jedoch auf die 100% zugehen. In diesem Fall müssen wir diese Metrik ignorieren. Schließlich hat der User nicht einmal die Möglichkeit, auf eine zweite Seite zu gehen.

Eine sehr hohe Bounce Rate sehe ich meist auf den schon erwähnten Landingpages, oder wenn per Banner oder Prerolls beworben wird. Ein User klickt auf einen Banner, schaut sich die Webseite an, aber für mehr reicht’s eigentlich nicht. Das heißt nicht, dass die Werbebotschaft nicht angekommen ist, sondern nur, dass es nicht für mehr Beschäftigung mit der Webseite/dem Produkt gereicht hat. Das kann man in der heutigen Aufmerksamkeitsgesellschaft wohl kaum von jeder einzelnen Person erwarten.

Zeitlicher Verlauf

 Das sind zwar keine Absoluten Zahlen, aber aus dem zeitlichen Verlauf kann ich oft viel herauslesen.

  • Wann wurden Bewerbungsmaßnahmen gestartet?
  • Was ist die stärkste Zeit für die Webseite?
  • Besucht man die Webseite in der Arbeitswoche, oder eher am Wochenende?
  • Gibt es saisonale Schwankungen?

In der Grafik oben ist für mich eindeutig erkennbar, dass Freitag der stärkste Tag für meinen Blog ist. Na klar, da wird der neue Post veröffentlicht und Newsletter bzw. Social Media Posts gehen raus. Leider sehe ich hier auch, dass das Interesse beim Launch des Blogs am größten war, und seitdem nicht mehr solche Levels erreicht hat. Well, such is life.

Fazit

Da dieser Artikel schon relativ lang geworden ist, hier noch einmal die Key Learnings, zusammengefasst:

  • Alles ist subjektiv. Es gibt kaum einzelne Metriken, die man objektiv als gut einstufen kann.
  • Kontext, Kontext, Kontext. Alles, was wir in Google Analytics finden, muss in Kontext zur echten Welt gesetzt werden. Hier unterstütze ich einen ganzheitlichen (boah, das Wort schon) Ansatz zur Analyse. Werbemaßnahmen, der Zustand der Seite und oft auch saisonale Schwankungen haben einfach großen Einfluss auf diese Zahlen.
  • Wer den nächsten Teil nicht verpassen will, sollte sich unbedingt unten eintragen, um über die neusten Artikel und Guides informiert zu werden.

Die Anderen Teile dieses Guides findest du hier:

Von Hackern, Wordpress, SEO & Co

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  • Wie leicht ist es, eine Wordpress Seite zu hacken?
  • Wie Umzugsfirmen ihre Gaunereien mit SEO umsetzen

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