2017-11-16 6 Minuten

Guide: Mein Google Analytics Prozess: Part 2

Wie man die Zahlen und Metriken im Acquisition Bericht von Google Analytics bewertet.

In Part 1 meines Google Analytics Guides haben wir uns zuerst die allgemeinen Zahlen angesehen. Und damit seid ihr eigentlich schon perfekt für die freie Wirtschaft vorbereitet.

Ich kenne kaum Unternehmen, die mehr Zahlen verlangen. Und ich kenne kaum Agenturen, die mehr liefern.

Aber das soll ja nicht der Anspruch sein.

Deswegen:

Heute sehen wir uns an wo meine Nutzer eigentlich herkommen. Also nicht geografisch, sondern wie sie meinen Blog im Internet finden. Daraus können wir ableiten, welche Maßnahmen funktionieren, und auf was ich mich vielleicht mehr konzentrieren sollte.

Die anderen Artikel findest du hier:

Bevor es losgeht

Lege ich dir noch einmal Part 1 meines Google Analytics Guides ans Herz. Hier noch ein mal ein too long, didn’t read:

  • Userzahlen sind zufriedenstellend hoch
  • 34% meiner Leser sind wiederkehrende Nutzer
  • Die durchschnittliche Sitzung besteht aus 2.08 Seiten, und dauert in etwa 2 Minuten.

Der letzte Artikel eignete sich hervorragend, um eine Einschätzung meines Blogs zu bekommen. Aber die richtig interessanten Daten sind natürlich tiefer versteckt. Let’s go.

Mein persönlicher Lieblingsbericht

befindet sich unter Acquisition – All Traffic – Source/Medium bzw. (im deutschen Analytics) unter Akquisition – Alle Zugriffe – Quelle/Medium.

Und der sieht so aus:

Na bumm. In meinen Workshops ist das immer mein Lieblingspart. Ein ganzer Raum, erschlagen von Zahlen.

Im Prinzip macht das Ding aber nix anderes, als die Zahlen, die wir in Part 1 gesehen haben, auf einzelne Traffic Sources aufzuteilen.

Das heißt: wir haben nicht mehr eine allgemeine Nutzerzahl, sondern wissen, wie viele Personen z.B. über Facebook auf die Seite gekommen sind.

Und das ist eigentlich der heilige Gral des Marketings. Hier kann ich genau ablesen, wie viel mir eine Bannerkampagne bringt, wie viel Social Media.

Aber der Reihe nach. Sehen wir uns das Ganze mal in leicht verdaulichen Häppchen an.

Wo kommen meine Besucher her?

Zuerst schaue ich mir allgemein an, wo meine User herkommen.

 

Rot: Aufteilung meines Traffics in Quellen

Hier sehen wir direkt einige verschiedene Quellen.

  • (direct) / (none)
    sind hier Nutzer, die direkt “martinhaunschmid.com” eingeben. Oder:irgendwo haut etwas mit dem Tracking nicht hin. Ich sehe das öfter – wenn bei einem Newsletter beispielsweise die Klicks nicht richtig getrackt sind, sind das (direct) / (none) – Nutzer.
    Hier habe ich vermutlich in 1-2 Newslettern vergessen, richtig zu tracken.
  • referral
    ist ein ganz normaler Link. Ob der jetzt auf Facebook oder Linkedin (blau) geteilt ist, oder sich z.B. auf haunschmid.tech befindet, ist egal – es ist ein referral. Facebook kommt unnötigerweise mehrmals in diesem Bericht vor. Um Facebook User anonym zu halten, schaltet Facebook eine eigene Seite (oft auch mit Warnung, dass der Link womöglich schädlich ist) zwischen.
  • google / organic
    Alternativ natürlich auch bing / organic oder yahoo / organic (lol). Das sind die Leute, die über eine Suchmaschine auf meinen Blog gekommen sind.
  • ActiveCampaign / email
    Das sind meine treuen Newsletter-Abonnenten ????. Damit ich nachvollziehen kann, was meine Newsletter-Leute so machen, habe ich hier extra Tracking in den Links zum Blog.

Ja, und was bedeutet das jetzt?

  • Hier ist sehr schnell zu erkennen, dass Facebook offensichtlich sehr stark User auf meinen Blog bringt. Und zwar um ein Vielfaches mehr, als mein Newsletter. Fuck. Allerdings ist hier natürlich mein Launch-Post dabei, der sehr gut funktioniert hat.
  • 61 User, die über Google gekommen sind find ich super. Vor Allem, weil der Blog gerade erst online gegangen ist. Normalerweise dauert es länger, bis sich organischer Traffic wirklich bemerkbar macht. Wär halt jetzt interessant, zu sehen, über welche Suchanfragen die gekommen sind.
  • Linkedin ist eher dürftig vertreten. Aber gut – wer sitzt in der Arbeit und scrollt den Linkedin-Newsfeed anstatt dem Facebook-Feed durch? Eher Wenige, würd ich sagen.

Grün: neue Nutzer

In der zweiten Spalte sehen wir, wie viele Prozent des Traffics neue Nutzer waren. Das hier sind eigentlich alles durchschnittliche Zahlen.

Heraus stechen nur mein Newsletter (na klar sind das wiederkehrende Nutzer) und – interessanterweise – der organische Traffic. Und zwar mit sehr wenigen neuen Nutzern.

Das ist jetzt nicht optimal. Mit Google möchte ich ja eigentlich von Personen gefunden werden, die noch nichts mit mir zu tun hatten.

Ich lehn mich jetzt mal aus dem Fenster und vermute, dass hier viele Personen meinen Blog bereits kennen, aber die Domain vergessen haben und deswegen “Martin Haunschmid” googeln.

Aber was will ich erwarten, wenn ich bei jeder Behörde meinen Nachnamen buchstabieren muss. Hat schon mal jemand seinen Namen geändert, damit die eigene Domain einfacher wird?

Was machen die Besucher? Wie lang bleiben sie?

Jetzt wird es hoch interessant für mich. Der Screenshot hier ist ein wenig zurechtgeschnitten, ich habe die Spalten für “neue Sessions” entfernt.

Hier können wir sehen, wie viele einzelnen Pages die User jedes Kanals aufrufen, und wie lange sie bleiben. Hier sind jetzt ein paar Dinge dabei, die ich so nicht erwartet hätte.

Rot: Organischer Traffic bleibt nicht lange. What the hell.

Das habe ich bis jetzt noch nicht gesehen. Sehr oft ist der organische Traffic der, der am längsten bleibt, und am meisten Pageviews hat. Irgendetwas läuft hier falsch. Die 38 Sekunden heißen für mich, dass User, die über Google kommen nicht das geboten kriegen, was sie erwarten. Hier muss ich definitiv was machen.

Grün: Personen, die von meiner Unternehmensseite kommen, sehen sich viele Pages an…

… und bleiben aber nicht lange. Heißt für mich: Jemand findet meine Unternehmensseite, klickt auf Blog und verschafft sich einen Überblick über die Themen, die ich so behandle. Und liest vielleicht. Oder scrollt sich ein wenig durch.

Blau: Linkedin mit einer sehr langen Verweildauer

Klar, 6 User sind jetzt statistisch nicht so wirklich aussagekräftig. Aber 4 Minuten Verweildauer ist schon geil. Hier muss ich – wie eigentlich eh überall – den Kontext betrachten. Linkedin ist ein Business-Netzwerk. Es könnte also gut sein, dass 1 User, der mich auf Linkedin findet, für meinen Blog/Marke mehr bringt als z.B. ein User von haunschmid.tech.

Fazit

Hier noch einmal die Key-Learnings aus diesem Artikel:

  • We need to go deeper. Erst wenn man wirklich in die Materie eintaucht, kommen die Insights daher. Auch wenn sich die gesamte Branche mit Like-Zahlen und Userzahlen zufrieden gibt – uns sollte das zu wenig sein.
  • Online Media Mix. Im Source/Medium Report kann man sehr gut den eigenen Online Media Mix analysieren. Aber: nicht zu viel Bedeutung beimessen. Youtube-Werbung beispielsweise generiert wenige Klicks (ist also in diesem Bericht meist nicht sehr weit oben), generiert aber extrem viele Markenkontakte, indem die Nutzer das Video sehen. Auch hier gilt: Kontext, Kontext, Kontext.
  • Keine Panik. Wie ihr oben gesehen habt, bin ich mit meinem organischen Traffic noch nicht so ganz zufrieden. Aber hier sind ein paar Wochen zu wenig, um eine finale Aussage zu treffen. Also nicht sofort alles über den Haufen schmeissen, sondern weiter beobachten und testen. Und im Zweifelsfall noch tiefer in die Daten tauchen.
  • Sowas lernt man auf keiner FH, auf keiner Uni. Ich wünsche mir, dass so etwas z.B. auf der FHWien gelehrt wird. Wird es aber nicht. Deswegen: trag dich unten in meinen Newsletter ein, damit auch Part 3 nicht an dir vorüber geht.

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