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2019-06-20 7 Minuten

Ich habe mir die 333 Slides des “Internet Trend Reports” durchgelesen, damit du es nicht musst.

Eine Adlerperspektive auf die Trends, die das Internet – und somit auch Businesses und die Gesellschaft bewegen.

Jedes Jahr seit 1995 veröffentlicht Mary Meeker den Internet Trend Report, in dem sie globale und lokale Trends im Internet betrachtet – vom Gesundheitswesen über Gaming, bis hin zur Cybercrime.

Das gesamte Slidedeck ist ein ziemliches Monstrum. Deshalb bin ich es durchgegangen, habe die interessantesten Charts und Slides rauskopiert, und für dich meine Gedanken dazu formuliert.

Viele interessante Graphen heute. Den gesamten Report findest du hier.

Fangen wir mal mit der Gesamtheit des Internets an.

Allgemeine Statistiken über das Internet

Global gesehen haben nur 51 % der Weltbevölkerung Internet. Ich muss ehrlich sagen, dieser Fakt hat mich ein wenig erschreckt. Einfach auch aus dem Grund, weil ich mir mein Leben ohne die Vernetzung, die uns das Netz gebracht hat, nicht mehr vorstellen kann.

Angesichts dieser Statistik macht für mich dann aber auch zu 100% Sinn, dass jeder der großen Tech-Riesen Bestrebungen hat, das Internet auch zu den restlichen 49 % zu bringen. Man überlege sich mal, wie viel Geld da zu holen ist…

Wir stehen im Moment bei 3,x Milliarden Personen mit Internetzugang. Allerdings zeigt die Wachstumsrate eine Tendenz nach unten:

Zwar sind es immer noch ca. 7 % Wachstumsrate bei den Ankömmlingen im Neuland, aber die Tendenz ist fallend.

Das ist natürlich noch kein Grund zur Panik, denn immerhin verbringt der durchschnittliche Amerikaner viel mehr Zeit im Internet:

Interessant hier ist die grüne Portion des Balkens – die Stunden, die am Mobilgerät online verbracht werden. Die sind erst ab 2011 so wirklich rasant angestiegen. Hat das eventuell mit dem Ausbau des mobilen Netzes zu tun? Das iPhone gäbs ja schon seit 2007.

Hier zeigt sich auch schön, warum mobile first beim Entwickeln des Online-Angebots schon lange kein Buzzword mehr ist. Ich selbst bin hier mit meinen 8-9 Stunden pro Tag am Desktop/Laptop definitiv nicht die Zielgruppe, für die ich Webseiten programmiere.

Wenn wir schon beim Mobilgerät sind: Die Anzahl an neuen Smartphones ist 2018 erstmals zurückgegangen!

Hier wäre interessant, ein wenig weiter ins Detail zu gehen (das tut der Report leider nicht). Besteht einfach kein Grund mehr auf ein neues iPhone zu wechseln? Weil die Rechenleistung einfach vollkommen ausreicht? Oder tritt generell eine Marktsättigung ein?

Weil ich oben noch über Zielgruppe gesprochen habe. Uns im Westen fällt es so leicht, das Internet als das Medium anzusehen, das es für uns ist. Plot Twist: unser Erlebnis repräsentiert bei Weitem nicht das Internet, wie es die globale Internetpopulation wahrnimmt.

Wow. Das, ich nenn es mal westliche Internet, hat insgesamt einen gar nicht so großen Anteil am gesamten Kuchen. Alleine China mit 800 Millionen Internetnutzern ist hier ziemlich gut dabei.

Und die Chinesen haben ein vollkommen anderes Internet als wir. Die haben das Zeitalter des Internets am PC übersprungen. Dort ist Bezahlen via Chat und Handy eher die Norm, als die Ausnahme.

Ich persönlich warte immer noch auf ApplePay bei meiner Bank.

Was wir im Internet verwenden.

Im vorigen Abschnitt haben wir etabliert, dass es insgesamt schon auch einige Internetnutzer gibt. Hier geht es darum, welche Angebote wir im Internet nutzen:

Hier musste ich gleich mehrmals hinsehen. Ja, diese Grafik zählt die Prozent der globalen Internetnutzer, die den jeweiligen Dienst mindestens 1mal am Tag verwenden.

Lass mich das noch einmal wiederholen:

  • 30 % der globalen Internetnutzer sind täglich auf Facebook
  • Die Marktmacht von Facebook (bestehend aus Facebook, WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger) ist unfassbar groß. Da sollte man etwas machen, bevor Mark Zuckerberg endgültig full dictator geht.
  • Twitter ist eigentlich schon der erste Verlierer.
  • Beeindruckende 23 % verwenden WeChat – eine App, die eigentlich nur in China Anwendung findet

Auch beim aktuellen Trend-Thema Podcasts gehen die Hörerzahlen steil nach oben:

Vielleicht sollte ich mal einen Podcast produzieren. Was sagst du? Würdest du dir das anhören? Bitte ein Kommentar unten 🔽

Geschäftsmodelle

Wie sieht es aber im E-Commerce aus? Amazon fehlt oben natürlich in den Aufstellungen.

Der Onlinehandel hält inzwischen 15 % des Handelsvolumens in den USA. Da sind wir in Europa sicher noch ein wenig hinten aus, aber der Trend ist klar erkennbar.

Sehr interessant ist auch das Entstehen eines vollkommen neuen Geschäftsmodells. Gamer kennen es schon seit Jahren, kommt das Freemium Business Modell nun auch in Geschäftslösungen und Konsumentenprodukten an.

Hier nur eine kleine Auswahl an Produkten, die mit dem Modell über eine Milliarde Umsatz im Jahr machen.

Auch bei den Streaming-Services zeigt sich dieses Erfolgsmodell ein wenig. Der kostenlose Testzugang ist der Hauptgrund, einen neuen Streaming-Service auszuprobieren.

Einmal im Ökosystem, geht es nur darum, die User so abhängig wie möglich zu machen, quasi zu Whales zu erziehen, die dann Geld einwerfen.

Soziale Faktoren

Keine Innovation wie das Internet wird ohne Folgen für unsere Gesellschaft bleiben. Allen voran sind natürlich die sozialen Medien. Bei diesen sind wir uns anscheinend noch immer nicht so sicher, ob uns die nun global vernetzen, oder depressiv machen:

Wir können uns also viel besser ausdrücken, können in Nischen-Communities global Anschluss finden. Und gleichzeitig sind 42 % der US-Teens schon mal im Internet beleidigt worden:

Natürlich gibt es diese Scheußlichkeiten auch im echten Leben. Nur: im Internet haben sie eine größere Bühne. Und verbreiten sich im Fall von falschen Gerüchten wahrscheinlich noch schneller, als es offline jemals möglich wäre.

Diese Entwicklungen sind jedoch auch auf gesellschaftlicher Ebene sichtbar. Diese Grafik zeigt die Verteilung am politischen Spektrum (buchstäblich von links nach rechts).

Die politischen Lager in den USA sind seit 2004 drastisch auseinander gedriftet. Einen Fakt den ich zu einem großen Teil den Filterbubbles, Echokammern und dem Trump-Troll NPC_12345 zuspreche.

Aber es besteht Hoffnung.

Wir sind zumindest von Jahr zu Jahr nicht mehr länger in den sozialen Medien unterwegs. Insofern ist Mark Zuckerbergs Push Richtung Privatsphäre und Messaging sicher die richtige Business-Entscheidung, wenn sie auch eiskalt kalkuliert ist.

Fazit

Beeindruckend, was Frau Meeker da auf die Beine gestellt hat. Es ist immer wieder interessant, die Entwicklung, die wir eigentlich inzwischen schon täglich mitbekommen, aus einer Adlerperspektive zu betrachten.

Eine Frage ist für mich aber noch ungeklärt:

Soll ich in Zukunft öfter diesen Typ Blogpost schreiben?

Wenn ja (oder wenn du sogar einen Report bei der Hand hast, den ich auseinandernehmen kann), kommentiere unten, oder schreib mir direkt an contact@martinhaunschmid.com

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