2018-03-01 3 Minuten

Open Source

Ohne Open Source wäre das Internet ein anderes. Was steckt hinter dem Begriff Open Source? Wie funktioniert Open Source? Und: wo kommt das Geld her?

Schaut man sich die Definition von “Open Source” auf Wikipedia an bekommt man…

Ok fuck it, ich werde meinen Artikel nicht mit einem Wikipedia Zitat beginnen.

Vor Allem:

Eine Wikipedia Definition würde dem Thema nie gerecht.

Open Source

Jedes Programm, das wir verwenden, hat einen sogenannten Quellcode (die Source). Der wird dann durch diverseste Prozesse gejagt und – natürlich stark vereinfacht – am Ende kommt ein Programm raus, das wir auch verwenden können.

Im Jahr 1997 war die Welt noch eine andere. Microsoft hat z.B. damals den Browser-Markt mit dem Internet Explorer dominiert (das müssen traurige Zeiten gewesen sein).

Aber es gab auch Konkurrenz: den Netscape Navigator.

Nur:

Der hatte 99 Probleme, und dass er wirtschaftlich nicht mehr zu verwerten war, war eines davon.

Und wenns eh schon egal ist, kann man ja das ganze Projekt veröffentlichen oder? Später entstand daraus die heute noch existente Mozilla-Foundation.

Linux, WordPress, Firefox

Alleine Linux und WordPress haben einen irrsinnig hohen Marktanteil im Internet. Ungefähr 60% aller Server im Netz laufen mit Linux, 60% aller Webseiten mit einem CMS im Hintergrund sind WordPress.

Aber warum?

Weil es extrem viele Vorteile hat:

Open Source Software ist (meistens) frei verwendbar

Hier gibt es eine Vielzahl an Lizenzen, auf die ich nicht eingehen werde. Aber im Kern ist Open Source frei verwendbar, oft auch kommerziell.

Ich kann so viele WordPress-Seiten und Linux-Server aufsetzen, wie ich will.

Open Source Software ist sicher(er)

Pauschal lässt sich so etwas natürlich nie sagen.

Ein gutes Beispiel hier ist WhatsApp. WhatsApp sagt, dass unsere Chats nicht einmal von ihnen selbst gelesen werden können.

Da wir aber den Quellcode von WhatsApp nicht einsehen können, müssen wir hier WhatsApp vertrauen.

Dagegen:

Die Verschlüsselungstechnologie hinter der App Signal ist frei einsehbar. Und deshalb auch von Kryptographie-Junkies leicht zu kontrollieren.

Der Quellcode ist hier zu finden.

Den muss man natürlich nicht verstehen, aber es geht darum, dass die Möglichkeit besteht, ihn zu kontrollieren.

Jeder kann mit entwickeln

In der Theorie zumindest. Jeder kann sich den Quellcode herunterladen, verändern und z.B. sein eigenes Linux basteln.

In der Realität ist dieses basisdemokratische Modell leider nicht wirklich erfolgreich – oder empfehlenswert.

Bei Linux zum Beispiel gibt es wenige Personen, die die Richtung vorgeben.

Bei Bitcoin können nur sehr wenige Personen überhaupt zum Quellcode beitragen.

Aber:

Im Nicht-Kern der Projekte kann jeder frei entwickeln. Quasi dort, wo es “um weniger geht”.

Blöde Frage: wo kommt das Geld dafür her?

Jedes Projekt ist irgendwie auch wirtschaftlichen Grundlagen unterworfen. Der Marktwert von Linux wird auf 16 Milliarden geschätzt.

So ein Projekt funktioniert nicht mehr (nur) mit Jux und Tollerei.

Wo kommt also die Arbeitskraft und das Geld her?

  • Altruismus und Ideale
    Ideale und Werte sind starke Antriebskräfte in der Open-Source Community. Der Drive aus den 70ern, als das Internet noch als Utopie des freien Informationsaustausches gesehen wurde, ist hier noch sehr präsent
  • Große Unternehmen
    Auf den meisten Netzwerk- und Internet-Of-Things-Geräte läuft eine Version von Linux. Auch Android basiert auf Linux. Hier ist es also auch im Interesse und zum Vorteil großer Unternehmen, dass hier weiterentwickelt wird.
  • Zusatzleistungen
    Bei der Linux-Version Ubuntu ist das Produkt selbst kostenlos – nur die Supportleistungen werden vom Unternehmen Red Hat verkauft.
  • Spenden
    Es gibt schon einige Personen, die ihre Daten nicht bei Google sehen wollen, und die deshalb an Mozilla spenden, um den Firefox-Browser auch in Zukunft verwenden zu können.

Lock-In-Effekt

Ich persönlich bin stark dafür, Open Source Software zu verwenden.

In meinem täglichen Business sehe ich das immer bei Kunden, die sich für ein CMS entscheiden. Viele Agenturen basteln da ihr eigenes CMS, und verkaufen es als “sicherer”, “einfacher”, oder was auch immer.

Langfristig entsteht so jedoch ein Lock-In-Effekt. Will das Unternehmen die Agentur oder den Programmierer wechseln, muss die gesamte Webseite neu programmiert werden.

Wenn man am Markt nicht mit der Qualität punkten kann, muss man es wohl mit dem Lock-In-Effekt versuchen.

Aber das ist ein Thema für einen eigenen Artikel.

Was mich aber brennend interessiert:

Wusstest du, wie viel eigentlich hinter Open Source steckt? Was hältst du vom Lock-In-Effekt? Einfach unten kommentieren!

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