2018-04-05 7 Minuten

SEO Checkup: mein monatlicher SEO Workflow

Insgesamt läuft es gut kann man sagen:

Mein organischer Traffic steigert sich pro Monat um 60 bis 100 Prozent. Und für einen Tech Blog habe ich – meiner Meinung nach – eigentlich schon ziemlich soliden Traffic.

Aber das Allerbeste ist:

Ich ranke beim Keywort “blogger sexy” auf Platz 9.

Platz 9.

Aber wie kam das bitte zu Stande?

Zeit für einen Ausflug ins SEO. Hier der Workflow meines monatlichen SEO-Checkups.

Schritt 1: Stimmen die Zahlen?

Die kriegt man nach wie vor am besten aus Google Analytics:

Suchanfragen sind natürlich ständigen Schwankungen unterworfen – wie hier sehr leicht zu erkennen ist. Aber insgesamt geht der Trend nach oben. Sehr gut.

Schritt 2: Was ist der beliebteste Content für organischen Traffic?

Diese Info finde ich ebenfalls in Analytics. Und zwar unter Behaviour – Site Content – All Pages. Das natürlich auf organischen Traffic eingeschränkt.

Okay, das Darknet beschäftigt den organischen Traffic anscheinend. Das hat zwar nicht wirklich etwas mit meinem Business zu tun, nehm ich natürlich trotzdem gerne.

Auch sonst: die Verweildauer ist phänomenal. Die durchschnittliche Verweildauer auf den Pages ist fast gleich der Lesezeit, die man für den Artikel braucht.

Recht viel besser geht’s nicht mehr.

Die Überraschung hier:

Der Artikel über den Bundestrojaner. Der Artikel ist noch nicht so alt, und eigentlich mehr ein Opinion Piece als ein Artikel, der fürs SEO bestimmt ist.

Immer wenn ich so einen interessanten Datensatz finde, grabe ich nach:

Exkurs: Analyse eines einzelnen Artikels

SEO besteht im Groben aus zwei Teilen:

  • On-Site Optimierung und
  • Linkbuilding,

wobei die On-Site Optimierung die Pflicht ist, und das Linkbuilding erst wirklich für gute Rankings sorgt.

Bezüglich On-Site Optimierung brauche ich mir auf meinem Blog nicht wirklich Sorgen machen. Struktur passt, Seite lädt schnell. Und das ist bei allen Artikeln gleich.

Checken wir also die Links.

Das geht auf zwei Arten:

  • mit einem speziellen Tool
  • oder man sieht sich den Referral-Traffic in Google Analytics an (hier sieht man aber nur, wenn tatsächlich jemand auf den Link auch klickt)

In diesem besonderen Fall versagt mein Spezialtool sogar – es wird mir kein Link angezeigt.

Im Referral-Traffic sehe ich jedoch:

????

Es ist zwar nur ein Kommentar (und der Link wahrscheinlich no-follow, wird jedoch – je nachdem, wen man fragt – trotzdem ins Ranking eingerechnet), aber immerhin.

Tip: was hier auch immer gut funktioniert ist, einfach selbst zu Googlen. Überlege, für welche Keywörter dieser Artikel ranken könnte, und google dich durch. So bekommt man ein super Gefühl, was die Konkurrenz macht, und wie der eigene Content im Vergleich funktioniert.

Aber das führt uns schon zu Schritt 3:

Schritt 3: Herausfinden, über welche Keywörter die User kommen

Wir wissen jetzt

  • Wie viel organischen Traffic wir haben
  • Welcher Content organisch gut funktioniert

fehlt eigentlich nur noch:

Über welche Keywörter kommen User auf unsere Seite?

Dafür müssen wir die Google Search Console aktivieren.

Wie du das Alles einrichten kannst – und noch viel mehr – lernst du bei meinem nächsten SEO-Workshop am 10.4. ????

Die Search Console ist meiner Meinung nach immer ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Denn:

Google anonymisiert Suchqueries, die “zu persönlich” sind – bei denen also eine einzelne Person gefunden/analysiert werden könnte.

Der Anteil dieser anonymisierten Suchqueries ist auf fast allen Seiten, die ich betreue, sehr hoch. Und schränkt daher natürlich den Nutzen der Daten ein.

Will man SEO wirklich auf die Spitze treiben, wird es Zeit für die Big Guns.

Schritt 4: Wo hat sich ein Ranking verändert?

Hierfür verwende ich das Tool Ahrefs. Mit diesem Tool kann ich gut beobachten, wie sich welcher Artikel auf Google schlägt.

Achtung: Tabelle incoming.

In dieser Tabelle (die in echt natürlich hunderte Zeilen lang ist) sehe ich sofort:

  • Welcher Artikel rankt bei welchem Keywort auf welcher Position
  • Wie hat sich dieses Ranking verändert
  • Wie schwer ist es, für dieses Keywort zu ranken (Spalte KD)
  • Welches Suchaufkommen hat dieses Keywort (Volume)

Mit diesen Daten können wir schon wirklich viel anfangen. So kann ich zum Beispiel checken, welcher meiner Artikel auf der trostlosen Seite 2 gelandet ist. Und diesen ein wenig nachbessern und optimieren, um vielleicht einen Quick-Win auf Seite 1 zu schaffen.

Oben könnte ich zum Beispiel meinen WordPress Virus Artikel neu optimieren und verbessern, sodass er (1) noch mehr Infos bietet oder (2) vielleicht sogar Kunden akquiriert.

Schritt 5: Backlinks checken

Ich hab es vorhin schon erwähnt: Links von anderen Seiten sind einer der wichtigsten Faktoren im SEO.

Bei mir sieht das im Moment so aus:

Beim SEO-Checkup sehe ich mir meistens nur die Domains an, die auf mich verweisen – nicht jeden einzelnen Backlink.

Was du hier siehst ist das sogenannte “Linkprofil” – also die Zusammenstellung der Links, die auf eine Webseite führen.

Und:

Boah, das schaut schlecht aus. Der Großteil dieser Links ist (1) unter meiner Kontrolle und (2) kein wirklich “guter” Link – nur “handmade by Martin Haunschmid” in dem Footer einiger Webseiten, die ich programmiert habe.

Natürlich, Links kommen mit der Zeit, und ich bin erst seit 6 Monaten dabei. Dennoch: das ist mir zu wenig. Hier muss ich nachbessern.

Fazit

Was habe ich also durch diese Analyse Neues erfahren?

  • Ich ranke teilweise sehr gut, auch ohne Links
    Das ist das Zeichen einer von SEO eher unberührten Branche. Wenn es schon reicht, guten Content zu schreiben und die Rankings gehen rauf – Gratulation.
    Das war mit ein Grund, warum ich überhaupt auf Deutsch schreibe: weniger Konkurrenz. Das Ganze funktioniert natürlich nur bis zu einem gewissen Level.
  • Content is King
    Diese schon sehr abgedroschene Phrase hat immer noch ihre Gültigkeit. Guter Content, der Usern einen möglichst vollständigen Überblick bietet, ist im Moment der Kern einer jeden SEO-Strategie.
  • Unter schlechtem Content ist der Einäugige König
    Ich ranke mit meinem Artikel “Make Tech-Blogs sexy again” für das Keywort “blogger sexy”. Das ist ein interessantes Beispiel, wie der Google Algorithmus funktioniert: zwischen Bildgalerien von Instagramerinnen wirkt mein Post für Google wahrscheinlich wie ein qualitatives Stück Content für das Keywort.
  • Es ist egal, wie gut dein Content ist, wenn dich niemand kennt / findet
    Die harte Wahrheit im SEO. Und da sehe ich bei meinem Blog noch die größten Defizite: im Linkbuilding.

Die nächsten Schritte

Schön und gut, wenn ein Blogpost mit den Lessons Learned aufhört, aber ich möchte ein wenig weiter gehen. Was werde ich tun, um mein SEO insgesamt zu verbessern?

  1. Über alle alten Blogposts gehen, und diese optimieren.
    Hier gibt es sicher noch einiges an Potenzial. Eventuell werde ich mehr Visualisierungen einbauen, neue interne Links setzen oder meinen Google Analytics Guide in einen langen Artikel zusammenfassen (“ultimative Guides” ranken sehr gut). Auch der WordPress-Virus Artikel könnte sich gut optimieren lassen.
  1. Linkbuilding
    Das ist ein großes Thema für mich. Hier werde ich mehr Gastartikel schreiben, Infografiken erstellen (diese werden oft verlinkt), oder mir die Zeit für etwas längere Recherchen nehmen, die nicht nur Guides sind, sondern eventuell sogar Nachrichtenwert besitzen.
    Und dann geht’s ans aktive Linkbuilding. Aber das ist etwas für einen eigenen Artikel.

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