2018-08-16 5 Minuten

SEO und Sprache: Wie Voice die Suchmaschinenoptimierung verändert.

Siri, stelle den Wecker auf 8 Uhr.

Das Leben als Voice-Assistent ist sicher nicht leicht. Tausende Dialekte verstehen, und die laufenden Missverständnisse. Mich würde das fertig machen.

Vor Allem Apple-User haben es hier nicht leicht. Siri ist doch irgendwie… dumm. Ich kann jedem iPhone Besitzer nur empfehlen, mal “Ok Google” auszuprobieren. Das ist eine andere Welt.

Eine Welt, wo “Stelle den Wecker auf 7 Uhr 30” nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Für Applenutzer ist das vielleicht überraschend, aber:

  • 41 % der Erwachsenen und
  • 55 % der Millenials

verwenden täglich Voice Search. Zwar weiterhin für die Standard-Anfragen, wie dieser Screenshot aus dem Google Blog zeigt (hier die Statistik der Teens):

Dennoch, das bigger picture ist: User verwenden immer mehr Sprachsteuerung. Sogar auf Windows am Desktop.

Ich muss ehrlich zugeben, das war – bis jetzt – anscheinend ein echter Blind Spot für mich. Aber, wie mich dann der Guide von Backlinko darauf hingewiesen hat: ein wichtiges Thema fürs SEO und Marketing Strategien im Allgemeinen.

Änderung im Suchverhalten

Die Begegnung mit der Sprachsteuerung beginnt mit der direkten Übersetzung unseres bisherigen Suchverhaltens in die Sprache: “Größter Berg Österreich”.

Wächst das Vertrauen in den Assistenten (sprich: du verwendest etwas anderes als Siri), werden die Suchanfragen jedoch immer konversationaler:

“Wann kommen wir in St. Pölten an?” war hier ein Augenöffner für mich. Google muss hier kapieren

– Dass ich unterwegs bin

Wie ich unterwegs bin

– Dass ich nach St. Pölten will

– Wie der Verkehr dort hin ist

– Wie lange es dauern wird

und das Ganze noch in eine Antwort fassen. Und hat es geschafft.

Weiters sind Voice-Suchen meist länger und in einer natürlicheren Sprache gehalten. Und das hat sehr interessante Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung.

Voice Search und SEO

Hier muss man zwischen 100-prozentigen Voice Assistenten wie z.B. Google Home und einer lediglichen Eingabe der Suchanfrage via Voice unterscheiden.

Full Voice enabled Assistent

Die werden noch große Wellen schlagen im SEO. Denn:

Hier gibt es keinen 2. Platz auf Google.

Entweder, man wird das vorgelesene Ergebnis, oder man ist nichtexistent.

Bei Alexa ist dies gut zu beobachten: Fragt man sie nach Batterien, kommt genau 1 Ergebnis zurück. Die Amazon-Eigenmarke.

Ich verstehe natürlich, warum das so ist: die Assistenten müssen genau die Antwort liefern, die der User wünscht. Siri wird wohl kaum den “Ultimativen Guide zu xy” in voller Länge vorlesen. Egal wie gut der ist.

Das Suchergebnis hier kommt sehr oft aus den sogenannten Search Snippets.

Search Snippet
Ein Search Snippet.

All dies führt zu einer schwierigen Situation für KMUs oder Blogs wie mich:

  • Search Snippets zu kriegen ist sehr schwierig – hier muss die Domain als extrem vertrauenswürdig angesehen werden.
  • Search Snippets bringen keinen Traffic auf die Seite
  • Man wird vom Voice Assistenten nur als “laut martinhaunschmid.com ist blabla” erwähnt
  • Man kann weder Call to Acts, noch sonstige Marketingmaßnahmen setzen.

Alles in Allem, nicht optimal.

Ich werde mit meinem Blog nicht versuchen, in Voice Assistenten als Ergebnis aufzuscheinen. Ich habe weder das Domainranking dafür (kommt vielleicht noch), noch hat dies den für mich auf diesem Blog wichtigen Branding-Effekt. Ich möchte, dass sich meine Leser mit meiner Marke befassen.

“Normale” Google Suche, nur mit Sprache diktiert

Hier wird es schon interessanter für Unternehmen und Blogs. Betrachtet man die Veränderung der Suchanfragen, wird schnell klar, dass sich hier Chancen auftun:

  • Längere Suchanfragen erlauben leichteres Ranking. Der Long-Tail schlägt hier wieder zu: spezifischere Suchanfragen kosten diktiert kaum mehr Zeit, während es beim Tippen sehr umständlich wird. Ich erwarte hier, dass Suchanfragen viel spezifischer werden.
  • Die Sprache ist eine natürliche. Der Fokus auf Keywörter-Synonyme, der im SEO immer wieder als Maßnahme auftaucht, ist zwar schon länger überholt (Googles Machine Learning erkennt inzwischen Synonyme, wir müsse das nicht mehr erzwingen), durch die Sprachsuche kann der Content noch einmal “einfacher” produziert werden.
  • Regionalität. Sprachsuchen sind meist mobile Suchanfragen. Unternehmen, denen Regionalität wichtig ist, können hierauf optimieren.

Diese Punkte decken sich generell schon mit meiner Strategie für diesen Blog. Hinter meinen Blogartikeln steckt keine Keywörter-Synonym-Recherche, ich schreibe, wie ich auch reden würde. Diese Sprache erlaubt es mir, meinen Lesern nahe zu sein – und in Zukunft vielleicht noch besser zu ranken. 🚀

Wie kann ich mein SEO auf die Sprachsuche vorbereiten?

Wenn du kein Soziales Netzwerk oder eine große Publishing Plattform mit entsprechend mächtiger Domain bist, ist die Antwort meiner Meinung nach:

Ignorieren. Zumindest die 100-prozentigen Voice Assistents.

So hart das klingt, der Aufwand steht meiner Meinung nach nicht dafür. Ewig darauf hin optimieren, um von Alexa nur als “laut Acme Company gilt…” erwähnt zu werden? Und dann nur ein 29 Worte langer Ausschnitt meines Artikels? Ohne den “Verkaufs”-Aspekt, der fürs Content Marketing doch irgendwie wichtig ist?

Nein Danke.

Was hier aber zu Erfolg führen kann ist: den Fokus weg von Wissens-Suchanfragen, hin zu High-Involvement-Content zu lenken.

Google’s Search Snippets werden bei Wissens-Suchanfragen immer öfter über den eigentlichen Suchergebnissen angezeigt. Sobald dies der Fall ist, ändert sich die Klickrate dieser Suchergebnisse. Nach unten.

Produziert man also Content, der diese Search Snippets gewissermaßen „umgeht“, kann man weiter sicherstellen, dass

  • User den Content auch lesen (weil die Frage nicht durch genau eine Zahl beantwortet werden kann)
  • Weiterhin Kontakt mit der Marke besteht (Weil die User in den eigenen Einflussbereich – die Webseite – kommen)

Und dies funktioniert am Besten mit Content für den Long Tail.

Aber mal Ehrlich. Wer bisher versucht hat, mit „Wie schält man einen Apfel“ zu ranken, muss sich eh die Frage stellen, ob das eigene Unternehmen nicht vielleicht doch etwas wirklich Interessantes zu bieten hat.

 

Von Hackern, Wordpress, SEO & Co

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