2018-03-08 4 Minuten

Was ist ein Server?

Was ist ein Server? Welche Dienste laufen auf einem Server? Wie funktioniert die Server-Client-Beziehung? Und welche Arten von Servern gibt es?

Wenn die eigene Webseite – oder Facebook – mal offline ist, merkt man erst, wie fragil dieses Internet eigentlich ist.

Und wie sehr wir uns darauf verlassen.

Mein Hostinganbieter hatte vor Kurzem einen (zugegebenermaßen sehr seltenen) Serverausfall, genau als ich an meinem Blog arbeiten wollte. Das hat mich in eine existenzielle Krise gestürzt.

Das war natürlich ein Scherz.

Oder doch nicht?

Auf jeden Fall habe ich realisiert, wie alltäglich inzwischen das Wort “Server” geworden ist. Und wie schwierig es ist, aus dem Stegreif zu definieren.

Wobei:

Ein Server ist auch nur ein Computer

Und zwar einer, der eine (zumindest halb-)zentralisierte Ressource bereitstellt. Das können deine E-Mails sein, deine Webseite oder auch nur die World of Warcraft.

In der “echten Welt” hat ein Server genauso eine Festplatte, Prozessoren und andere Hardware. Nur halt oft sehr spezialisiert.

Je nachdem, was ein Server tun soll, kann er auch im Internet hängen, oder nur intern bei dir im Unternehmen erreichbar sein.

Wenn also ein Server auch nur ein Computer ist:

Kann mein PC ein Server sein?

Dein PC kann alles sein, was er will ????

Spaß beiseite, natürlich gibt es ein paar Voraussetzungen, die gegeben sein sollten:

  • Ein Server sollte 24/7 erreichbar sein
    Richtig, Server laufen permanent, ohne Pause. Wie sonst könntest du um 23 Uhr noch deine Firmenmails abrufen? Bis 3 Uhr früh zocken?
  • Ein Server sollte nicht abstürzen
    Es gibt Server, die wurden über mehrere Jahre nicht einmal neu gestartet. Sag das mal unseren Handys und anderen Devices.
  • Ein Server sollte sicher sein
    Da ein Server meist Ressourcen hat, die sehr interessant sind (Mails, Dateien o.Ä.), sind Server ein sehr beliebtes Angriffsziel. Falsch konfiguriert, ist er eine quasi eine Einladung zum all-you-can-eat-buffet.
  • Ein Server sollte spezialisiert sein
    Es gibt Rechner, die auf extrem komplexe Berechnungen spezialisiert sind (z.B. Proteinfaltungen in der Bioinformatik) oder die extrem viele Netzwerkverbindungen gleichzeitig bedienen können (Webserver). Ein persönlicher Rechner ist hier oft unzureichend ausgestattet.

Trotzdem: Jeder Computer kann im Prinzip ein Server sein.

Es braucht nur die richtigen Dienste.

Dienste

Dienste sind Programme, die auf einem Server laufen, und den speziellen Servern ihre Namen geben.

Hier nur ein paar Beispiele:

  • E-Mail
  • Webserver wie nginx oder apache
  • FTP
  • Datenbanken wie MySQL oder SQLServer
  • Gaming

Wie sieht das aber in der Realität aus?

Beispiel: meine Webseite

Sehen wir uns das Ganze anhand dieses Blogs einfach mal genauer an.

Ich habe hier keinen Server selbst konfiguriert, sondern beim Hoster gemietet.

Bei meinem Hoster steht jetzt ein Rechner, auf dem der Webserver-Dienst läuft, und mein Blog herumliegt.

So sieht das übrigens aus, wenn der Webserver-Dienst neu gestartet wird:

Relativ unspektakulär eigentlich.

Und weil der Mensch nicht geschaffen ist, Terminals instinktiv zu verstehen, hier eine Allegorie.

Das ist unser Server:

Der fristet jetzt alleine im Internet sein Dasein, bis jemand kommt und die Webseite haben will.

a wild client appears!

Der Client

Das Gegenstück zu einem Server ist der sogenannte Client. Damit kann das Device oder der Rechner gemeint sein, mit dem du diesen Artikel im Moment liest.

Oder aber das Programm, das die Kommunikation mit dem Server regelt (“E-Mail-Client”, “FTP-Client” usw.).

In diesem Fall ist das der Webbrowser. Der fragt jetzt beim Server nach der Webseite:

Und kriegt natürlich prompt eine Antwort:

Und alle waren glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Fazit

Jetzt reden Server und Clients natürlich weder Deutsch, noch läuft die Beziehung so ab, wie hier dargestellt.

Der Server hat nicht nur einen Client zu bedienen, sondern hunderte oder tausende, oft gleichzeitig.

Wenn hier zu viele Anfragen kommen, kann es leicht sein, dass der Server in die Knie geht.

Reddit hat sogar ein eigenes Wort dafür, wenn eine Webseite plötzlich so beliebt wird, und nicht mehr erreichbar ist:

der Hug of Death

Die Moral von der Geschichte?

Ich finde es ist wichtig, dass wir verstehen, was hinter den Dingen steckt, die wir permanent verwenden, und die auch irgendwie in den alltäglichen Sprachgebrauch gerückt sind.

Kennst du sonst so Dinge, die ich in einem nächsten Post behandeln könnte? Kommentiere einfach unten! ????

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2 Kommentare

  1. Oh Mann, was für ein großartiger Beitrag! So charmant hab ich das noch nie irgendwo erklärt gesehen. Bookmark ist angelegt. Wann immer jemand fragt, wie das „so ist mit einem eigenen Server“, werd ich diesen Link weiterleiten.

    Und: „Dein PC kann alles sein was er will“ *rofl*

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