2018-04-19 5 Minuten

Welche Webseite brauche ich?

Vorgefertigtes Wordpress-Theme oder doch eine Eigenentwicklung?

Wenn ein Unternehmen keine (gute) Webseite hat, existiert es für mich nicht. Und für viele meiner Millienial-Kollegen glaube ich auch nicht.

Der Schluss liegt also für jedes Unternehmen und Start-Up nahe, sich so früh wie möglich mit der eigenen Unternehmenswebseite zu beschäftigen.

Am Besten noch vor dem Businessplan ????

Die Entscheidung, zumindest irgendeine Webseite zu machen, ist schnell gefällt.

Aber dann wird man schnell von vielen – teilweise sehr technischen – Fragen überrollt.

Denn:

Webseiten sind so vielfältig wie das Leben selbst. Was für den einen passt, is für den anderen vollkommener Overkill.

Deswegen hier mein kurzer Guide:

Welche Webseite brauche ich überhaupt?

Du bist ein kleines Unternehmen oder möchtest nur ein kurzes Experiment wagen

Früher hatte ich immer wieder Termine, in denen schnell klar wurde, dass mein Ansatz, Webseiten zu programmieren (dazu später mehr) den Kunden/die Kundin niemals glücklich machen würde.

Und zwar nicht nur aus budgetären Gründen.

Wenn du ein Experiment starten möchtest, oder eine Landingpage mit deinen Kontaktdaten brauchst, ist das Engagieren eines Programmierers meiner Meinung nach vollkommen übertrieben.

Plattformen wie Squarespace und Shopify erlauben es jedem, auch ohne technische Skills eine Webseite bzw. einen Onlineshop aufzubauen.

Wenn dein Projekt, dein Unternehmen dann funktioniert (und das hängt von weit mehr ab als der Webseite), wird es irgendwann vielleicht Zeit, in eine professionelle Page zu investieren.

Wenn also

  • kein Budget vorhanden ist,
  • es nur um den Versuch geht, einen Onlineshop aufzubauen,
  • es nur einen Ort braucht, wo du deine Gedanken und Fotos veröffentlichen kannst

muss man nicht einmal zu WordPress gehen.

Aber: auch bei WordPress kann man relativ klein anfangen:

Ein bisserl mehr darf’s schon sein. Auch der Onlineshop sollte professioneller sein.

Das geile an WordPress ist, dass man sich einfach ein Theme kaufen kann, dieses aktivieren, und man hat alle Einstellungsmöglichkeiten.

Der Markt für diese Themes ist riesig. Und einige Namen sind dir vielleicht sogar bekannt:

  • beTheme
  • Enfold (aus Österreich ????)
  • Divi

Mit all diesen Themes durfte ich schon arbeiten – und ich muss sagen:

Vorgefertigte Themes haben definitiv ihre Daseisberechtigung. Kaufen – Installieren – Anpassen. Nicht einmal hier ist unbedingt Hilfe von einem professionellen Programmierer nötig.

Und wenn eine Funktionalität fehlt, kann man sich immer noch ein passendes Plugin suchen.

Aber Achtung!

Diese Freiheit und Flexibilität wird sich teuer erkauft. Nicht finanziell – diese Themes kosten im Normalfall ca. 60 Euro – sondern bei den Themen Performance, Sicherheit und Usability:

  • Themes wollen meist einen riesigen Haufen an Anforderungen abdecken. Das heißt es gibt hunderte Komponenten, Stylings und Funktionen, die aber nie wirklich gebraucht werden. Diese werden oft trotzdem bei jedem Laden der Webseite mitübertragen, was sich stark negativ auf die Ladezeit einer Seite auswirken kann.
  • Ja, es gibt für Alles und Jeden ein Plugin. Aber je mehr Plugins, desto mehr Möglichkeiten, gehackt zu werden. Und der Performance schadet es auch oft. Wir wollen nicht, dass in einem 3-minütigen Scan unserer Seite bereits kritische Sicherheitslücken auftauchen. Spätestens seit der DSGVO wollen wir das wirklich nicht.
  • Viele WordPress-Seiten fangen klein an, und via Plugins werden dann im Laufe der Zeit hunderte Funktionen hinzugefügt. Was entsteht, ist ein Monster, bei dem es immer aufwändiger wird, überhaupt alle User richtig zu managen.

Und:

Bei spezielleren Anforderungen muss dann trotzdem oft ein Programmierer engagiert werden. Da wird es dann oft sehr schnell ziemlich aufwändig.

Themes sind also ein zweischneidiges Schwert. Bei engen Anforderungen, die sich in den nächsten 1-2 Jahren nicht ändern werden, können vorgefertigte Themes eine super Möglichkeit sein, aus einer Webseite kein unternehmensüberspannendes IT-Projekt zu machen (obwohl es das trotzdem oft wird, aber das ist ein anderes Thema).

Die “keine Kompromisse”-Lösung

In den letzten beiden Abschnitten sind Programmierer eigentlich nicht so gut weggekommen. Man kann auch ohne wirkliche Programmierung schon sehr weit springen im Thema Webseiten.

Aber überflüssig sind wir auf keinen Fall.

Wenn es um größere Plattformen, Intranets (ja, solche sind auch einwandfrei in WordPress abzubilden), professionelle Online-Shops oder Geschäftsmodelle geht, bei denen das Internet im Kern steht, würde ich heute keine Kompromisse mehr eingehen, wenn es um die technische Qualität geht. Auch wenn ein Design auf den Pixel genau umgesetzt werden soll, führt für mich kein Weg an der no-compromise-Lösung vorbei.

Früher waren vorgefertigte Themes mein erster Go-To-Weg, Webseiten zu programmieren. Nur hat es mich immer gestört, wenn die Seite einfach “zu viel” war.:

  • Zu lange Ladezeit
  • Zu viele unnötige Animationen (nur um flashy zu sein)
  • Das Überschreiben des normalen Scrollverhaltens (WTF).
  • Ruckeln und Stottern, wenn man nicht auf einem Quad-Core Smartphone unterwegs ist.

Inzwischen bevorzuge ich ein sehr minimalitisches, extra für Developer entwickeltes Theme. Das kann alleine noch gar nix, außer der perfekte Startpunkt für die eigene Entwicklung einer Webseite zu sein.

Und das komischste:

Ich brauche für die komplette Neuentwicklung einer Seite fast gleich lang, wie mit einem vorgefertigten Theme. Und es macht mir mehr Spaß.

Aber wirklich punkten tut das Ding langfristig:

  • die Ladezeit einer so programmierten Webseite ist immer unter 4 Sekunden. Auch ohne Caching-Plugin.
  • Die Struktur ist an die jeweiligen Anforderungen angepasst. “Kannst du da ein Datum hinzufügen” endet nicht in mehrstündigem herumwurschteln in Theme-Files.
  • Sicherheit: ich muss kein Plugin installieren, um eine Google Font zu verwenden. Ein Einfallspunkt weniger.
  • Die Wartung erzeugt viel weniger Aufwand. Bei einem vorgefertigten Theme kann es leicht sein, dass ein Update die Seite zerschießt. Nein Danke.

So. Und nun Schluss mit der Werbung:

Natürlich haben diese Vorteile ihren Preis. So etwas findet man eher im höherpreisigen Segment. Das kann kein Student im Pflichtpraktikum (looking at you, diverse Werbeagenturen ????).

Fazit

Ich hoffe ich konnte ein wenig Einblick in die Entscheidungen geben, die im Rahmen einer Webseite angestellt werden sollten.

Die Bottom Line ist:

Die verschiedenen Arten, wie eine Webseiten entstehen kann, sind alles unterschiedliche Werkzeuge. Mit einem Schraubenzieher werde ich kein Intranet erschaffen können. Und mit dem Schlagbohrer werde ich kein schönes Bildchen aufhängen ????.

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