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2019-07-11 6 Minuten

XING ist tot, lang lebe LinkedIn

Wer hätte gedacht, dass aus einem unsexy Karrierenetzwerk so eine interessante Plattform werden könnte?

Auch wenn ich nicht mehr so oft darüber schreibe, das Thema Personal Brand und Social Media begleitet mich eigentlich immer noch täglich. Inzwischen hat sich aber eine gewisse Sättigung bei mir eingestellt.

Einen TikTok-Account habe ich zum Beispiel noch nicht. Und letztens wurde ich bei einem Vortrag darauf hingewiesen, dass TikTok aus musical.ly entstanden ist.

Ich werde alt.

Wobei ich schon sagen muss: Inzwischen achte ich schon sehr genau darauf, was denn wirklich mein Return on Investment bei einem Social Media Kanal ist.

Hier hat sich in letzter Zeit ein Kanal extrem hervorgetan:

LinkedIn.

Hier geht es darum, dir eher einen Überblick über die Möglichkeiten und Chancen auf LinkedIn zu geben. Für genauere Guides und Anleitungen darf ich den großartigen Ritchie Pettauer von datenschmutz.net empfehlen.

Seine Guides waren auch mein Anstoß, LinkedIn ein wenig ernster zu nehmen.

Warum nicht XING?

(Achtung, subjektive Meinung)

Weil XING tot ist.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich muss hier noch ein paar Argumente bringen. Bitte nicht falsch verstehen – wenn du eine Karriereplattform suchst, bei der du 1 Mal pro Jahr deinen digitalen Lebenslauf aktualisieren willst, go for it.

Für mich ist das zu wenig. Weil ein riesiges Thema fehlt:

Content.

Es gibt hier keinen Newsfeed, der den Namen verdient hätte. So bleibt XING ein Netzwerk von deutschsprachigen Recruitern und Marketing-Gruppen-Besitzern, völlig ohne irgendeine “meaningful Interaction”.

Für den täglichen Besuch auf XING reichen 5 Sekunden. In der heutigen Welt meiner Meinung nach ein Todesurteil. Vor allem in der jüngeren Zielgruppe.

LinkedIn als Lebenslauf

Selbst wenn man LinkedIn nur als Lebenslauf verwendet, sind hier die Möglichkeiten schon um einiges interessanter als auf XING. Ich kann

  1. Projekte anzeigen, an denen ich beteiligt war
  2. Einen Text zu meiner Position hinzufügen

Das klingt nicht nach Raketenwissenschaft, aber alleine das lässt mich viel mehr als Person erscheinen, als eine Ansammlung von Firmennamen und nichtssagenden Job Descriptions.

Auf welcher Plattform würdest du mich lieber kontaktieren?

 

Es kommt aber noch besser:

SEO

Sowohl XING, als auch LinkedIn werden von Google indexiert. Wie ich in meinem Online Personal Branding Post schon erwähnt habe, sind Accounts auf XING und LinkedIn ein großartiger Weg, schnell gut gerankt zu werden. Und zwar mit Inhalten, die du bestimmst.

Newsfeed

Ich habe oben schon XING gehated. Das war vielleicht ein wenig unfair. Denn: in Sachen Irrelevanz (wieder: subjektive Meinung) schenkt sich Facebook inzwischen auch nichts mehr.

Na eh.

Ich habe es satt, Posts und Videos zu sehen, die mit Clickbait starten, und dann keinerlei Mehrwert liefern können.

Natürlich, jeder macht sich seine Filterbubble selbst. Aufgrund meiner Interessen sollte ich eigentlich auf Facebook auch eher Business-relevante Themen eingespielt kriegen. Fehlanzeige.

Da ist der LinkedIn Newsfeed interessanterweise zu meinem Zufluchtsort geworden. Natürlich gibt es auch hier die negativen Seiten. Ich habe sogar schon einen (inzwischen ehemaligen) LinkedIn-Kontakt ein Video zu einer abstrusen Verschwörungstheorie posten sehen.

Aber insgesamt hat sich gezeigt: die Interaktion auf LinkedIn empfinde ich als ehrlicher, offener und anregender, als in jedem anderen sozialen Medium.

Und das, obwohl eigentlich offensichtliche Business- und Selbstvermarktungs-Interessen dahinter stehen sollten.

Und das soll in Zukunft noch besser werden: LinkedIn setzt auf die Nische.

Größer gesehen zeigt sich hier, wie eine Unternehmensstrategie aufgehen kann: LinkedIn hat die Zeichen der Zeit erkannt, und setzt auf Inhalte, auf Personenmarken und auf Community. Irgendwann werden auch die heutigen Jugendlichen in den Jobmarkt eintreten – die entsprechende Karriereplattform wird dann eine sein, die sich einigermaßen modern anfühlt. Und die den Need zur Selbstdarstellung auch erfüllen kann.

Contentmarketing

An dieser Stelle möchte ich sagen: nein, ich bin kein LinkedIn Ambassador, und nein, ich werde nicht für diesen Post bezahlt.

Der Fokus auf soziale Interaktion zeigt sich auch in den Publishing Tools: Es können in einem soliden Editor ganze Blogposts verfasst werden. Diese werden im Profil angezeigt, und im Netzwerk gestreut.

Hier ergibt sich eine großartige Chance für Personen, die keinen eigenen Blog führen, aber dennoch ihre Gedanken in einem unternehmerischen Kontext teilen wollen. Wo sonst kriegt man die einfachen Tools und direkt die Reichweite wo es zählt (im eigenen Netzwerk). Mega.

Auch für B2B-Unternehmen und Blogger wie mich hoch interessant. Und definitiv in der Content-Strategie mitzudenken.

E-Learning und Skill-Badges

Ein relativ neues Feature sind Skill-Badges. Derzeit nur im technischen Bereich verfügbar, werden sie wohl bald auch auf andere Bereiche ausgerollt.

Diese Häkchen sind härter erarbeitet, als ich das zugeben würde.

Das in Kombination mit der Lebenslauf-Funktion wird ziemlich mächtig: direkt die abgeschlossenen Badges und Online-Kurse im Profil anzeigen zu können ist eigentlich nur intelligent.

Wie LinkedIn nutzen?

Jetzt aber wirklich Schluss mit dem Hype. Die Chancen stehen hoch, dass du eine Person bist, die den Drive zu mehr hat. Ansonsten wärst du wohl in Kapitel 2 abgesprungen.

Die Chance ist aber auch hoch, dass du dir nicht 3-4 Stunden wöchentlich nehmen kannst, um Content zu produzieren.

Hier also ein ganz kurzer 80/20-Guide, wie du mit möglichst wenig Zeit trotzdem viel erreichen kannst:

1. Profil pflegen

No shit. Nimm dir dieses Wochenende die Zeit, und lege ein Profil an. Bzw: pflege es. Richtig. Denn: je besser dein Profil ist, desto besser wirst du in der LinkedIn Suche platziert.

Ein gutes Profil ist eigentlich ein passives Recruiting-Tool. Du wirst gefunden, ohne wöchentlich Aufwand zu betreiben. Hier kann ich dir diesen Guide empfehlen.

Oder du siehst dir Gary Vaynerchucks, Richie’s oder auch meinen Account an.

2. Jede Person anfragen, die du kennst

Die Suche findet nur Kontakte, die zumindest 3 Hops von dir entfernt sind. Je mehr Kontakte (die wiederum Kontakte haben) du hast, desto weiter ist dein passives Recruiting gestreut.

3. Gewohnheit formen

Wir sind heutzutage so viel am Smartphone, wenn wir eine App am Homescreen mit einer anderen ersetzen, können wir Gewohnheiten ändern.

Ich habe Instagram auf Seite 3 verbannt, LinkedIn hat den Platz eingenommen. Ich schaue also nun zuerst, ob es etwas relevantes in meinem Unternehmensumfeld gibt, und dann erst das Instagram-Zeug.

4. Folge Personen aus deiner Branche, die gut auf LinkedIn sind

Für mich ist das Gary Vaynerchuck, und diverse andere Business-Personen, zu denen ich aufschaue. Etwas für die eigene Karriere zu tun ist immer mit einer großen Hemmschwelle verbunden – wenn du Mehrwert aus einer Plattform ziehen kannst, formt sich die Gewohnheit schneller.

Fazit

Eines der größten Learnings der letzten Jahre war für mich: Gute Arbeit ist noch lange keine Garantie dafür, auch wirklich gesehen zu werden.

Und letztendlich sind Erfolg oder entstanden Chancen ein Ergebnis davon, wie oft man sich in die Situation bringt, solche Chancen zu erhalten.

Das muss aber in der Realität nach dem 80:20 Prinzip funktionieren. Und hier hat sich LinkedIn meiner Meinung nach stark hervorgetan.

Wenn du jetzt hyped auf LinkedIn bist, würde ich mich freuen, wenn wir uns vernetzten könnten. Ich steh kurz vor 500 Kontakten. Es ist wichtig. Für mein Ego.

Von Hackern, Wordpress, SEO & Co

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